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Regional Konsequent zum jubelnden Finale gesteigert
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20:21 11.03.2012
Jubiläumsabend mit Dirigent Volker Schmidt-Gertenbach: Beethovens „Neunte“ vom Göttinger Symphonie Orchester und der Göttinger Stadtkantorei .
Jubiläumsabend mit Dirigent Volker Schmidt-Gertenbach: Beethovens „Neunte“ vom Göttinger Symphonie Orchester und der Göttinger Stadtkantorei . Quelle: Vetter
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Göttingen

So war am Freitag die Göttinger Stadthalle fast ausverkauft, als das 150-jährige Göttinger Symphonie Orchester (GSO) dort zusammen mit vier Vokalsolisten und der Göttinger Stadtkantorei in einem Sonderkonzert diese Symphonie aufführte. Pultgast Volker Schmidt-Gertenbach war älteren Abonnenten des Orchesters gut bekannt: 21 Jahre lang hat er das GSO dirigiert, in den letzten 15 Jahren, von 1974 bis 1989, als Chefdirigent. Ihn zu diesem Jubiläumsabend einzuladen, war eine schöne Geste der Programmplaner.

Schmidt-Gertenbach, inzwischen 70 Jahre alt, ist mit der „Neunten“ bestens vertraut. Die Partitur auf seinem Notenpult benötigte er nicht. Seine Konzeption ist nicht auf Effekte, sondern auf den Dienst am Werk ausgerichtet. Zwar ist seine Zeichengebung für den Außenstehenden nicht immer leicht nachzuvollziehen, doch die sehr engagiert musizierenden Instrumentalisten des GSO kamen damit gut zurecht.

Schöne tänzerische Momente

So konnte sich die Entwicklung von den in leeren Quintklängen tastenden Anfängen zum jubelnden Finale konsequent vollziehen, auch wenn man sich vielleicht die eine oder andere Steigerung noch etwas bündiger und dramatischer hätte vorstellen können. Streicher und Bläser waren gut aufeinander abgestimmt, auch im Fortissimo blieben die Klänge transparent. Das Scherzo hatte schöne tänzerische Momente, brillante Ensembles der Holzbläser und präzis blitzende Akzente der Pauken, das Adagio besaß große melodische Bögen.

Für das Chorfinale war die Göttinger Stadtkantorei engagiert, die mit Kantor Bernd Eberhardt ihren Part sehr gründlich vorbereitet hatte und auch die vielen anstrengenden Spitzentöne, die ihnen Beethoven unbarmherzig abfordert, mit Elan bewältigte. So konnte am Ende der instrumental-vokale Hymnus an die Freude seine Wirkung nachhaltig entfalten.

Zwar war das Soloquartett – die Sopranistin Olga Polyakova, die Mezzosopranistin Franziska Rabl, der Tenor Dirk Schmitz und der Bariton Thomas Berau – stimmlich nicht ganz ausgewogen, wozu das etwas enge Timbre des Tenors und das recht reichliche Vibrato des Baritons beitrugen. Doch im Gesamtklang setzten auch sie viele schöne Akzente. Am Ende gab es lang anhaltenden, verdienten Beifall für den Dirigenten, den Chorleiter, die Solisten, den Chor und das Orchester. Am Sonntagabend kam es in Bad Pyrmont zur Wiederholung dieses Konzerts.

Von Michael Schäfer

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