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Regional Kontraste und Zusammenklänge
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06:17 21.03.2012
Abstraktes und Alpines: Bilder von Dietmar Robert Schröter in der Alten Feuerwache.
Abstraktes und Alpines: Bilder von Dietmar Robert Schröter in der Alten Feuerwache. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Dieses Gemälde Dietmar Robert Schröters ist eine von 60 Arbeiten, die derzeit in den Räumen der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen zu sehen sind. Es ist eines der wenigen unter ihnen, in denen die gestische Malerei und die vom Zufall und der Erfahrung gesteuerten Farbversuche in eine beinahe deutliche Gegenständlichkeit münden. Die alpine Landschaftsdarstellung weist bei näherem Hinschauen für den 76-jährigen Ballenhausener typische Vorgehensweisen auf: Neben der Malerei mit Pinsel, Spachtel und Messer steht verlaufene, stark verdünnte, ehedem fast noch schaumige, nun getrocknete Acrylfarbe, deren reliefartige Oberflächenstruktur die Unebenheiten der Grasabschnitte widerspiegelt.

D. R. Schröter

Die Mehrzahl der Bilder jedoch hat den Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion schon überschritten. Farben und Formen, Kontraste und Zusammenklänge bestimmen ihr Erscheinungsbild. Breite Streifen setzt Schröter neben, unter und über kleinteilige Flecken, nutzt auch den Kamm, um parallele Strukturen zu erhalten. Kalligrafisches steht neben Aquarellen, Öl neben Acryl.

Gefälliges Nebeneinander

Bei all dem jedoch entwickelt Schröter nicht aus der Bedingungslosigkeit der Farbe, nicht aus der Spannung der Form seine Arbeit, sie entstehen aus einem gefälligen Nebeneinander.  Informel und Expressionismus stehen Pate, sind Grundlage und bindende Ahnen. Doch die Kraft und Unbedingtheit der zweiten Phase der malerischen Abstraktion lässt sich in der wohlkomponierten Beliebigkeit nicht wiederfinden, der Spannungsraum zwischen Auflösung und Werden bleibt unbetreten.

Die Ausstellung „Weile an dieser Quelle“ in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4 in Göttingen, ist bis zum 15. April montags bis freitags von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Tina Lüers