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Regional Dynamisch und kraftvoll
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00:17 23.02.2017
Starker Auftritt: das Jugend-Sinfonie-Orchester mit Solistin Rahel Pretzsch. Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Im Wechsel wird das Orchester derzeit von zwei Dirigenten geleitet. Daniel Eismann ist Musiklehrer am Otto-Hahn-Gymnasium, Alon Sariel Student an der Musikhochschule Hannover. Ziele des Orchesters sind unter anderem, sinfonische Werke in Originalbesetzung, aber auch Werke junger Komponistinnen und Komponisten aufzuführen.

Einen fröhlich beschwingten Auftakt in den Abend schaffte ein Bläserquintett mit Oboe, Fagott, Flöte, Horn und Klarinette mit der Ouvertüre aus dem „Babier von Sevilla“ von Giachino Rossini in der Bearbeitung von Daniel Eismann. Dabei umspielten sich die Instrumente, führten kleine Zwiegespräche miteinander, um dann immer wieder in Gänze zusammenzufinden.

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Ein verheißungsvoller Start, der mit dem Konzert für Flöte und Streichorchester in e-Moll von Saverio Mercadante unter der Leitung von Eismann seine Fortsetzung fand. Dynamisch und kraftvoll begann der erste Satz, einfühlsam erklingt das Lento, um dann wunderbar rhythmisch verspielt in den dritten Satz überzugehen. Beeindruckend war dabei die solistische Leistung von Lara Heinemeier an der Querflöte. Fließend, elegant ihr Spiel, das ihr sehr viel abforderte. Zu Recht wurde ihr Auftritt mit großem Applaus bedacht.

Der erste Satz von Carl Maria von Webers Konzert für Fagott und Orchester in F-Dur unter der Leitung von Alon Sariel startete mit einem dynamischen Paukenschlag. Solistin Rahel Pretzsch setzte virtuose Akzente am Fagott, einfühlsam kamen die Bläser und wunderbar gleitend übernahmen die Streicher, die den zweiten Satz gemeinsam mit den Hörnern trugen. Das Fagott von Pretsch klang nun melodiös, fast verspielt, und der dritte Satz endete dann mit Wucht und voller Dynamik.

Beeindruckend unangestrengt, scheinbar ohne Nervosität agierenten alle Musiker und schufen nach der Pause mit Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur, wiederum unter der Leitung von Eismann, einen würdigen Abschluss mit einem sehr geschlossenen Orchesterklang bis hin zum turbulent energischen Finale mit kraftvollen Bläser- und Streichersätzen.

Großer Applaus forderte eine Zugabe. Die bekam das begeisterte Publikum nebst Gesangseinlage des gesamten Orchesters mit einer humorvollen Bearbeitung des Liedes „Oh du lieber Augustin“.

Von Jörg Linnhoff