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Regional Konzert in Göttingen: Chor i dodici und der Instrumentalist Stefan Möhle
Nachrichten Kultur Regional Konzert in Göttingen: Chor i dodici und der Instrumentalist Stefan Möhle
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00:18 23.08.2013
I Dodici Quelle: EF
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Göttingen

Die zwölf Sänger führen Werke aus unterschiedlichsten Epochen bedeutender deutscher Komponisten sowie zeitgenössische Stücke ungarischer und finnischer Komponisten auf.

Mit Stücken aus Regers „8 geistliche Lieder“ und leisen Tönen eröffnet das kleine Ensemble das Konzert und hat dabei eine enorme Ausdrucksstärke. Die Sängern arbeiten feine dynamische Veränderungen  spannungsvoll heraus. Die vier Singstimmen verschmelzen zu einer wohlig klingenden Einheit. Doch auch getrennt voneinander verlieren die Männer- und Frauenstimmen nicht an Kraft, wie die Sänger mit kleinen Stücken für Männer- und Frauenchor von Mendelssohn-Bartholdy und Brahms beweisen. 

Die modernen Chorwerke von Jaakko Mäntyjärvi und György Orbán sorgen mit interessanten Rhythmen und von Halbtonschritten geprägten Melodien für noch mehr Abwechslung in dem Programm. Ebenso lockern drei Auftritte des Flötisten Stefan Möhle den Abend zusätzlich auf.
Dass Blockflötenmusik nicht Jedermanns Geschmack trifft, ist bekannt. Möhle jedoch kann die Konzertbesucher überzeugen, dass man mit dem so vorurteilsbelasteten Instrument auch wohlklingende Töne hervorbringen kann und wird dafür mit ausgelassenem Beifall bedacht.

Von der Orgelempore aus spielt er drei Sätze aus Bachs a-Moll Partita, uns steigert sich von Satz zu Satz. Seine weiteren Auftritte absolviert er schließlich im Altarraum. Es sind besonders die schnellen Partien, die das Publikum in Erstaunen versetzen, so etwa die raffinierten Variationen aus dem Werk „Der Fluyten Lusthof“ des niederländischen Blockflötenvirtuosen Jacob van Eyck. Und auch Möhles Zugabe, ein Menuett von Quantz, das alles andere als klein ist, hat es in sich.

Wer während des Konzertes der Blockflötenmusik noch kritisch gegenüberstand, sollte allerspätestens von den rasend schnellen Trillern dieses Stückes und den großartigen spielerischen Fähigkeiten Möhles beeindruckt worden sein.

Von Tina Evers