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Regional Zweieinhalb Stunden volle Konzentration
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15:58 27.11.2017
Die Solisten der Aufführung „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel in der Bearbeitung Wolfgang Amadeus Mozart. Quelle: Arne Bänsch
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Duderstadt

Im Kirchenschiff drängten sich die vielen interessierten Besucher auf den Bänken zusammen. Voll besetzt war auch der Chorraum der Duderstädter Basilika durch die zahlreichen Aktiven, darunter rund 60 Chormitglieder. Unter der Leitung von Regionalkantor Paul Heggemann hatten Chor und Instrumentalisten nach rund anderthalb Jahren ihren großen Abend und überzeugten mit präziser Stimmführung und fein modulierter Dynamik.

Für die Soli hatte sich der Chor Verstärkung von professionellen Sängerinnen und Sängern geholt: Julia Wagner (Halle) als Sopran, Barbara Bräckelmann (Münster) für den Mezzosopran, Lokalmatador und Tenor Benedikt Heggemann sowie der Göttinger Jürgen Orelly für die Bass-Passagen. Besonders zu überzeugen wussten Bräckelmann und Orelly mit raumfüllenden, warmen Stimmen, mit Prägnanz und eleganter stimmlicher Kraft.

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In Mozarts Fassung des „Messias“ spielen Blasinstrumente eine wichtigere Rolle als bei Händel. Das Orchester Concertino spielte die mit angenehmer Klangvielfalt und -fülle aus. Vor allem das rein instrumentelle Teilstück Nr. 9 „Pifa“, das die Flöte spielenden Hirten auf dem Feld zu Jesu Geburt in Szene setzt, gelang atmosphärisch ausgesprochen stimmig.

Der Propsteichor überzeugte besonders in den textintensiven Passagen des ersten Abschnitts, wo sehr gute Abstimmung der einzelnen Stimmen, klare Abschläge und Ansätze entscheidend sind. Für den „Halleluja“-Chor zum Ende des zweiten Abschnitts hätten es dann gerne noch ein paar Stimmen mehr sein dürfen, um neben dem Orchester voll zur Geltung kommen zu können. Das kann ja noch werden: Überzeugende Werbung für neue Mitglieder hat der Chor eindeutig gemacht.

„Der Messias“ lebt in den 39 Teilstücken vom Wechsel zwischen Rezitativen und Arien der Solisten, den Chorstücken sowie einigen wenigen reinen Instrumentalpartien und einem Duett. Ein zügiges Hin und Her von der einen zur nächsten Gruppe Aktiver ist hier wichtig, um den roten Faden des Gesamtwerks nicht zu verlieren. Die Herausforderung haben Propsteichor und Mitspielende bestens gemeistert. Zweieinhalb Stunden volle Konzentration und dabei ein so hörenswertes Ergebnis, das schaffen wirklich nicht viele Laienchöre.

Von Isabel Trzeciok

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