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Regional „Queremos flores – wir wollen Blumen…“
Nachrichten Kultur Regional „Queremos flores – wir wollen Blumen…“
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20:50 28.03.2019
GioBelli Quelle: DOHLEN
Göttingen

Sehr eindringlich spricht Gioconda Belli das Gedicht von den Blumen, die den Frauen statt ihres täglichen Leides zustehen würden. Sie wollen Blumen von denen, die Mädchen missbrauchen, die Frauen schlagen und unterdrücken, die Mädchen nicht zur Schule schicken und zu harter Arbeit zwingen. Der Klang ihrer Stimme bringt ihren Kampfgeist gefühlvoll und drängend zum Ausdruck. Ein anderes Gedicht erzählt von der Beziehung zwischen Müttern und Töchtern mit allen Facetten.

Seit ihrem ersten Roman „Bewohnte Frau“, der 1988 zum Weltbestseller wurde, schreibt Gioconda Belli für die Rechte der Frauen und ihre Selbstbestimmung. Bei ihrer Lesung am Montag im Alten Rathaus in Göttingen ging es ihr aber auch um die aktuelle politische Lage in Nicaragua. Im letzten Jahr wurden friedliche Proteste gegen Sozialeinschnitte brutal niedergeschlagen, 325 Menschen wurden getötet, mehr als 700 verhaftet. Es gab eine breite soziale Revolte, die seitdem politische Veränderungen einfordert. Inzwischen verhandelt die Regierung mit der Opposition, das stimmt Belli vorsichtig optimistisch. Zunächst müsse Präsident Ortega zurücktreten, die politischen Gefangenen freigelassen werden, so Belli. Danach müsse sich die Opposition auf Wahlen vorbereiten.

Gedichte zu politischen Unruhen

Immer wieder kehrt Belli zu ihren Gedichten zurück, die sie auch in der Zeit der politischen Unruhen geschrieben hat und die bisher unveröffentlicht sind. Lutz Kliche, der ihre Bücher übersetzt, gelingt es, ihre Lyrik gefühlvoll in deutscher Sprache vorzutragen. Das Grupo Sal Duo findet die passenden Lieder für den Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit. Die kraftvolle Stimme von Fernando Dias Costa vereint sich immer wieder mit der von Aníbal Civilotti. Mit Percussion und Gitarre bringen sie Rhythmen aus verschiedenen südamerikanischen Ländern auf die Bühne. Ein Lied widmen sie Marielle Franco, einer linksgerichteten Städträtin in Rio de Janeiro, die für ein freies modernes Leben stand und sich gegen Polizeigewalt und extralegale Hinrichtungen einsetzte. Die 39-Jährige wurde am 14. März 2018 auf offener Straße ermordet.

Wechsel zwischen Musik, Lyrik und politischer Diskussion

Der Wechsel zwischen Musik, Lyrik und politischer Diskussion bildet ein stimmiges Ganzes und verbindet sich zum Thema des Abends: „bis dass wir frei sind“. Das Publikum aus Frauen und Männern von jung bis alt im voll besetzten Saal geht mit dieser Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit mit.

Es gab auch Gelegenheit, für Projekte in La Paz Centro zu spenden. Der Göttinger Verein Amistad con Nicaragua benötigt dringend Spenden für die Zollgebühren, die für 15 Solarpumpen anfallen. „Der Bus, den die Stadt Göttingen im letzten Jahr finanziert hat, ist weiterhin im Einsatz. Er fährt viele Nierenkranke zur Dialyse“, berichtete Anna Leineweber, die erst Anfang März aus Nicaragua zurückkehrte. Amistad con Nicaragua und das Institut für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak) haben den Abend zusammen mit dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN) veranstaltet.

Von r

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