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Regional „Kreuzberg on Kultour“ mit Liedermachern
Nachrichten Kultur Regional „Kreuzberg on Kultour“ mit Liedermachern
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18:43 31.07.2013
Mit klarer Stimme und ordentlicher Gitarrentechnik: S. Kawka.
Mit klarer Stimme und ordentlicher Gitarrentechnik: S. Kawka. Quelle: fri
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Göttingen

„Die offene Bühne des Café Kreuzberg ist die am längsten kontinuierlich in Göttingen existierende offene Bühne“, ist sich Klaus Wißmann sicher.

Der Vorsitzende des Vereins „Kreuzberg on Kultour“ erklärt: „Die Spielstunde im Nörgelbuff gibt es zwar schon länger, musste aber auch zwischenzeitlich Pause machen.“ Seit knapp acht Jahren bietet der Verein, der in erster Linie Organisator von Livemusik in vielen Lokalitäten der Region ist, diese Session an.

Auch die 91. offene Bühne des Kreuzbergs ist gut besucht. Oft starten Wißmann und Tontechniker Rasmus Görnandt den musikalischen Teil des Abends und ermutigen so alle Anwesenden, aktiv an der Session teilzunehmen. Einige sind nur zum Zuhören gekommen, andere wollen auf die Bühne. Dietmar Goretzki ist oft dabei. Der Pianist spielt gerne Boogie Woogie und ist dabei äußerst flink. Neben Improvisationen bietet er auch lange Bestehendes: „Das war ein Boogie Woogie von Oscar Peterson, er heißt Oscars Boogie“, sagt Goretzki.

Neben den Stammgästen der „Kreuzberger Bühne“ präsentieren sich auch immer wieder junge Künstler. Unter anderem Sandra Kawka. „Ich bin jetzt nicht so der Profi und werde mich oft verspielen“, meint die Studentin. Mit einem Lächeln fügt sie an: „Ich habe gerade eine Klausur verhauen und versuche mich nun halt in der Musik“.

Die Sorge, dass sie zu schlecht ist, ist aber unberechtigt. Um sich selbst auf der Gitarre zu begleiten, reicht ihr Können vollkommen aus. Die Akkorde greift Kawka ordentlich. Im Mittelpunkt stehen aber auch ihre klare Stimme und die Texte. „Das nächste Lied ist eigentlich ein Gedicht von einem Jungen, der sich mal in der Schule in mich verliebt hatte“, sagt sie.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob sie sich auch in ihn verliebt hätte, antwortet Kawka mit einem Schmunzeln: „Nein – Ihr werdet auch gleich wissen warum“, und stimmt das Lied an in dem es um zärtliches Erstechen geht.

Die Atmosphäre in der Bloomingbar ist gut. Es wird getrunken und gelacht, musiziert und geredet, gehört und verstanden. Bis drei Uhr morgens erklingen Akustikversionen von Liedern aus den Genres Pop und Rock sowie Singer/Songwriter-Stücke. Dann ist allerdings auch die 91. offene Bühne des Kreuzbergs zu Ende und die Blooming Bar schließt ihre Türen.

Von Friedrich Schmidt