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Regional Kriminalromane: „Das Genre boomt“
Nachrichten Kultur Regional Kriminalromane: „Das Genre boomt“
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19:30 10.11.2011
Profi- und Nachwuchs-Autorinnen: Angela Gerrit, Anna-Lina Sperling und Marie Büdenbender (von links). Quelle: Vetter
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Göttingen

Im Literarischen Zentrum hat sie gemeinsam mit zwei Nachwuchsautorinnen des „Grauenvollen Schreibwettbewerbs“ gelesen. Gerrits kommt das entgegen. Sie schreibt am liebsten über realitätsnahe Situationen. Erwachsenwerden und Probleme mit den Eltern thematisiert sie häufig. Ihre Protagonisten sind Mädchen. „Konflikte fallen mir problemlos ein“, sagt Gerrits. Natürlich habe sie die nicht alle selbst durchlebt.

Im Literarischen Zentrum las Gerrits aus ihrem im Jahr 2006 erschienenen Roman „In der Falle“. Mayas Vater muss ins Gefängnis. Die 16-Jährige macht die bittere Erfahrung, dass auch die besten Väter Verbrecher sein können. Um seine Tochter zu schützen, schickt er sie mit seiner Freundin, die Maya nicht ausstehen kann, ins Ferienhaus nach Spanien. Dort eskaliert die Situation, als ein Mord geschieht. Gerrits versteht es, Spannung mit Reduktion zu erzeugen. Fast trocken liest sie Passagen aus der Geschichte.

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Gerrits Bücher gelten als harmlos. Sie würde niemals blutige Metzeleien schildern. „Mich interessieren die seelischen Konflikte“, sagt die Autorin. Obgleich ihr kürzlich eine Agentin gesagt habe, ihre Bücher seien für das Thriller-Genre zu seicht, werde sie an ihrem Stil festhalten, betont die Schriftstellerin.

Für Marie Büdenbender darf es in einem Thriller ruhig ein wenig blutiger zugehen. Die Schülerin des Felix-Klein-Gymnasiums ist mit ihrer Erzählung „Nacht“ eine der Preisträgerinnen des „Grauenvollen Schreibwettbewerbs“. Ihre Geschichte vom Mord am Carré, Weender Straße West – „die dreckigste Bushaltestelle in Göttingen“ – schildert die 17-Jährige minutiös. Mit einem Messer sticht der Mörder sein Opfer von hinten nieder. Wie in einem Rausch habe sie alles aufgeschrieben, erzählt die Schülerin.

Auch das Opfer in Anna-Lina Sperlings Geschichte „Waldesruh“ wird von hinten überfallen: „Ich sah meinem Tod nicht in die Augen. Er kam von hinten und schlitze mir die Kehle auf“, heißt es in der Geschichte der 19-jährigen Studentin. Beide Texte sind in dem Buch „Grauenvolle Seiten – Gruseln in Göttingen“ zu finden, das zur Jugendbuchwoche erschienen ist.

Die 43. Kinder- und Jugendbuchwoche geht am Sonntag mit einer Matinee mit Teilnehmern des Schreibwettbewerbs und Musik von Angelika Campos de Melo zu Ende. Beginn ist um 11.15 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14.

Von Eida Koheil