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Regional Objekte von Cordula Prieser im Weißen Saal
Nachrichten Kultur Regional Objekte von Cordula Prieser im Weißen Saal
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00:21 23.08.2018
Prieser-Werke im Künstlerhaus. Quelle: pek
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Göttingen

„Space and the City“ hat Prieser die Ausstellung genannt. Wuchtig stehen die gebogenen Hölzer in der Mitte des Weißen Saals, 2,8 mal 2,7 mal 2,8 Meter misst das Ungetüm. Wie Rippen sind sie angeordnet und erinnern an die stabilisierende Unterkonstruktion eines Schiffes. Deutlich sind die einzelnen Bögen voneinander zu unterscheiden. Die hinteren ragen aufrecht in die Höhe, die vorderen scheinen auf dem Kopf zu stehen, mit der Spitze zeigen sie nach unten. Ganz klar zu erkennen ist die Analogie zu dem nördlichen Portal der Kirche St. Marien an der Straße Neustadt unweit des Künstlerhauses. Hier umrahmen die Bögen das Haupttor zur Kirche. Beiden gemein: Sie sind einerseits Träger immaterieller Bedeutung, andererseits ganz real hervorragende Handwerksarbeit. Als gelernte Steinmetzin und Steinbildhauerin versteht sie offenbar etwas von der Arbeit mit Händen und Maschinen. Sauber und ganz solide hat sie die Einzelteile der Holzspannten miteinander verbunden.

Feines Gespinst aus Drahtgeflecht

Immer wieder überzieht Prieser, Jahrgang 1966, solche Gerüste auch mit Hüllen. In dieser Ausstellung im Weißen Saal hat sie dafür einen Stuhl genommen, und ihm eine feines Gespinst aus Drahtgeflecht, stabilisiert mit einem Aluminiumrahmen, übergestülpt. Hier wie in vielen anderen ihrer arbeiten geht es um das Verhältnis von Innen und Außen, um die Frage von Raum und auch um Nutzbarkeit realer oder selbsterfundener eigenwilliger Gegenstände. Eigenwillige Container und Behältnisse finden sich im ihrem Oeuvre, manchmal gaukeln sie mit Henkel und Rollen einen möglichen Nutzen vor.

Die dritte Werkgruppe, die Prieser in der Ausstellung zeigt, ist zum einen das gegenteilige Extrem zum wuchtigen zentralen Werk, denn diese Abreiten zeichnen sich vor allem durch ihre Filigranheit aus. Aus Draht hat sie kleine Gerüste, Kuben und andere Körper geformt, gerade einmal so groß wie zwei Hände. Fein säuberlich hat sie die Enden umeinander verdreht, was den Gebilden Halt gibt. Mit dem Draht zeichnet Prieser Linien in den Raum. Fast wie Zeichnungen wirken die zarten Gebilde, wobei ihr Schatten Teil dieser Zeichnungen sind, ihr feiner Nachhall. Und manche dieser zarten Hüllen wirken wie der gelungene Versuch, mehrdimensionale Räume zu verbildlichen.

Hüllen aus Sockenwolle

Für einige Werke gleiche Größe hat sie wiederum Hüllen gefertigt. Dabei arbeitet Priser mit Alugaze und zartem Kunststoffgeflecht. Für eine Doppelform, die wie zwei ineinandergestapelte U-Boot-Sehrohre wirkt, hat sie sogar Hüllen gestrickt, dem Anschein nach aus Sockenwolle. Augenfällig auch hier wieder: Prieser arbeitet handwerklich sehr gewissenhaft.

Die Ausstellung von Cordula Prieser läuft noch bis zum Sonntag, 16. September, im Weißen Saal des Künstlerhauses, Gotmarstraße 1 in Göttingen. Sie ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Peter Krüger-Lenz

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