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Regional Künstlerischer Ausdruckswille der Jugendlichen
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06:17 02.04.2012
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göttingen,

Sie gehört zum Labor 7, einer von zehn Arbeitsgruppen des No-Go-Labs. Das „Geht-nicht-Laboratorium“ ist eine Kooperation des Deutschen Theaters mit Göttinger Schulen. Der Anspruch: Das Projekt will den künstlerischen Ausdruckswillen der Jugendlichen wecken. Unter Anleitung sollen sie ihre eigene Sprache finden. Die Vermittlung klassischer Formen, also des szenischen Rollenspiels oder des dialogischen Sprechens, steht nicht im Zentrum.

Und wie sieht das konkret aus? Den Jugendlichen wird wenig vorgegeben. „Wir dürfen mitreden“, freut sich Ariane. Das kennt die Elfjährige aus der Schule anders. Die Leiterin der Gruppe, die Berliner Tänzerin Birgitt Bodingbauer, beginnt mit Dehnübungen zum Aufwärmen. Dann fordert sie die Teilnehmerinnen auf, ein bestimmtes Gefühl darzustellen: zum Beispiel Wut. Jedes der neun Mädchen, Jungen gibt es in dieser Gruppe keine, zeigt einen Wutausbruch.

Die besten Elemente werden aufgegriffen und in die gemeinsame Choreographie integriert. Andere Stichworte sind Aggression, Verehrung oder Ausgrenzung. Die Mädchen setzen auch das tänzerisch und spielerisch um.

Ziel ist Aufführung

So entstehen Szenen, die es Stück für Stück in einen Handlungsstrang zu integrieren gilt. Denn bei aller Freiheit geht es natürlich auch darum, am Ende der Zeit, das Projekt läuft von September bis Mai, etwas aufführen zu können. Dazu müssen die Arbeitsergebnisse von Labor 7 mit denen der anderen Labore wie bei einem Puzzle zusammengefügt werden. Das ist die Aufgabe der Produktionsleitung von Uwe Dethier und Julia Weingart. Insgesamt sind 100 Schüler am No-Go-Lab beteiligt.

Die Ansprache der Jugendlichen erfolgte über die Schulen. Dort standen die Theaterleute mit Infotischen im Foyer, verteilten Broschüren und verwickelten die jungen Menschen in Gespräche. Teilweise wurden die Schüler auch von ihren Lehrern auf das Projekt aufmerksam gemacht.

Beim Labor 7 machen vor allem Mädchen der Integrierten Gesamtschule Göttingen mit, insgesamt neun. Das Theodor-Heuss-Gymnasium besuchen zwei. Auf die Waldorfschule geht eine. Die Mädchen kommen nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus dem Landkreis, aus Bovenden, Lenglern oder Klein-Lengden. Das verlangt Logistik: Die Zwölf- bis 15-Jährigen nehmen teils den Bus, teils werden sie von den Eltern gebracht.

Nicht alle bleiben dabei. Zwei Mädchen sind ausgestiegen, dafür kam eines neu dazu. Der gemeinsame Vorstellungsparcours am Ende soll die Interessengebiete und Lebensthemen der jungen Menschen spiegeln. In einer eindrücklichen Szene des Labors 7 geht es zum Beispiel um Mobbing. Plötzlich sieht sich eins der Mädchen einer aggressiven Gruppe von acht anderen Mädchen gegenüber. Alle tragen schwarze Sonnenbrillen.

Von Michael Caspar

Aufführung

Das Stück hat am Sonntag, 29. April, um 18 Uhr in der ehemaligen Voigt-Realschule Premiere. Es wird zudem im Rahmen des dritten Norddeutschen Kinder- und Jugend-Theaterfestivals „Hart am Wind“ gezeigt, das vom 2. bis 6. Mai in Göttingen stattfindet.

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