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Regional Geld für kleine Projekte
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19:00 02.07.2019
Gefördert: „Schwesternherz - oder Zehra Neden Öldü“ – eine Produktion des Boat People Projekts.
Gefördert: „Schwesternherz - oder Zehra Neden Öldü“ – eine Produktion des Boat People Projekts. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

720 000 Euro umfasste das Vermögen der Stiftung, die per Ratsbeschluss ins Leben gerufen worden sei, erklärte am Dienstagvormittag Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt (SPD). 856 000 Euro sind es heute, angewachsen wegen der Auflage, den Wert der Stiftung zu erhalten. Das Geld ist angelegt, und von der jährlichen Ausschüttung profitieren Göttinger Kultureinrichtungen. Ein Problem allerdings sprach die Dezernentin an. Zustiftungen oder Spenden sind seit Bestehen der Stiftung ausgeblieben. Broistedt wirbt darum: „Wir könnten auch als Vermittler auftreten und Projekte vorschlagen, wenn jemand nicht zustiften will.“

Unterstützung durch das Land oder den Bund

„Das Ziel war immer, kleinere Projekte zu fördern“, erklärte Klaus Wettig, seit vier Jahren Vorsitzender des Beirates, der über die Vergabe des Geldes entscheidet. Das hat nach seinen Angaben in zwei Dritteln aller Anträge auch funktioniert. Wichtig sei bei der Förderung auch, Drittmittel nach Göttingen zu holen. Eine Förderung durch die Kulturstiftung soll finanzielle Unterstützung der Projekte beispielsweise durch das Land oder den Bund ermöglichen. Dies sei beispielsweise bei einem Vorhaben der Göttinger Theatermacher des Boat People Projekts gelungen. Weit über 20 000 Euro würden dabei nach Göttingen fließen, so Wettig.

Die Förderung 2019

19 Anträge wurden in diesem Jahr bei der Kulturstiftung eingereicht, 14 davon bewilligte der Beirat der Kulturstiftung. 15200 Euro flossen an Kultureinrichtungen. 2000 Euro sprach das Gremium diesmal als Maximalbetrag zu. Die Summe geht an den Verein Spielraum für das Theaterprojekt „Alexa“. Jeweils 1500 Euro erhalten gleich vier Institutionen: das Boat People Projekt für das Theaterprojekt „Black Box“, die Kirchengemeinde Nikolausberg für die fünften Nikolausberger Musiktage, der Verein Domino, zum einen für das Theaterfest Sommerbrise 2019, zum anderen die Theaterwerkstatt unter dem Dach von Domino für das Projekt „Jamilo – fremd in der eigenen Stadt“. pek

Privatpersonen dürfen keine Anträge stellen, dazu sind ausschließlich Institutionen berechtigt. 568 Anträge wurden über die Jahre gestellt, 377 davon auch bewilligt, wenn auch bisweilen mit weniger als der beantragten Summe. Die jährliche Fördersumme lag im Schnitt bei etwa 30 000 Euro. Im Vergleich dazu: 110 000 Euro stehen im städtischen Haushalt für die Förderung kultureller Projekte bereit.

Theaterpreis des Bundes

Bei der Vergabe des Geldes habe bislang das Theater weit im Vordergrund gestanden, erklärte der Beiratsvorsitzende. Vor allem der Theaterverein Domino und das Boat People Projekt seien besonders gefördert worden. Gerade mit Blick auf die Auszeichnung der Letztgenannten mit dem Theaterpreis des Bundes meinte Wettig: „Das ist nicht unwichtig für den Standort Göttingen.“

Einzelprojekte mit überregionaler Bedeutung seien unterstützt worden, wichtige Projekte zur Migration, aber auch Kultur, die sich an Bevölkerungsschichten richtet, die nicht so finanzkräftig sind und wenig Zugang zur Kultur finden. Die sogenannte Weststadtkonferenz, die im soziokulturellen Zentrum Musa angesiedelt ist, nannte Wettig als Beispiel und die Projekte Leineberg und Ebertal.

Starthilfe-Förderung der Stiftung

Weitere Schwerpunkte der Kulturstiftung sind laut Wettig die Musik- und die Leseförderung. Aus einer Starthilfe-Förderung der Stiftung entwickelten sich Aktionen wie die Nikolausberger Musiktage, das Ethnographie-Film-Festival und mit besonderer Strahlkraft das Innenhof-Theaterfestival. „Das hätte es ohne die Kulturstiftung nicht 15 Jahre lang gegeben“, sagte Hilmar Beck, Fachdienstleiter Kultur der Stadtverwaltung. Ein weiteres Projekt mit einer Bedeutung weit über die Grenzen der Region hinaus nannte Wettig: das Oratorium Jan Hus.

Der Beirat umfasst neun Mitglieder, darunter Gabriele Andretta (SPD), Präsidentin des niedersächsischen Landtages, Georg Bartelt, Schulleiter am Hainberg-Gymnasium und Sandra Hinz, Verwaltungsdirektorin des Deutschen Theaters Göttingen. Sie entscheiden mit Blick auf soziale Ziele der Anträge wie Integration oder das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an Kunst und Kultur.

Von Peter Krüger-Lenz

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