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Regional Kunstsammlung der Universität: Anatomisches Skizzenbuch von Eduard Bendemann erworben
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17:03 09.08.2013
Fußknochen, ein Gelenk, ein Schädel: anatomische Zeichnungen von Eduard Bendemann, entstanden um 1828. Quelle: PUG
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Göttingen

Es beleuchtet einen bislang unbekannten Aspekt im Werk des Künstlers und gibt Einblick in dessen Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie. Bendemann gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule.

Der didaktisch geprägte Aufbau des Skizzenbuchs erinnert an die Mitschrift eines Studierenden in einer Anatomievorlesung: Auf den 38 Seiten und 21 lose eingelegten Blättern finden sich zum Teil kolorierte Feder- und Bleistiftzeichnungen des menschlichen Muskel- und Skelettapparats sowie vereinzelt von Pferdeextremitäten.

Erforschung mit dem Zeichenstift

Die Zeichnungen spiegeln eher eine wissenschaftlich-analytische als eine künstlerische Zielsetzung.  Bendemann versucht, Aufbau, Funktion und Zusammenspiel von Knochen und Muskeln mit dem Zeichenstift zu erforschen. Unterschiedliche Farben und lateinische Namen der einzelnen Knochen und Muskeln sorgen für Ordnung und Orientierung. Kurze handschriftliche Texte zu den Zeichnungen beschreiben in der  Hälfte des Buches, wie die verschiedenen Körperteile miteinander über Gelenke, Muskeln und Sehnen in Verbindung stehen und gemeinsam operieren.

Das von einem praktischen Arzt geleitete Studium der Anatomie war Teil der Ausbildung in der Elementar- und Vorbereitungsklasse der Düsseldorfer Akademie, die Eduard Bendemann von 1827 bis 1829 besuchte. Die Kunstsammlung der Universität Göttingen besitzt einen der umfangreichsten Bestände an Originalzeichnungen von Bendemann, der durch den Erwerb des Skizzenbuchs um eine bedeutende Facette erweitert wird.

pug/el

In der Vortragsreihe „Kunstwerk des Monats“ spricht der Göttinger Kunsthistoriker Dr. Christian Scholl am Sonntag, 1. September, über die aktuelle Forschung und die Impulse, die die Göttinger Bendemann-Ausstellung ausgelöst hat. Die Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr im Hörsaal des Auditoriums an der Weender Landstraße 2. Die Ausstellung ist dort noch bis zum 8. September sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.