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Regional Lady Gaga hätte besser gepasst
Nachrichten Kultur Regional Lady Gaga hätte besser gepasst
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20:02 14.11.2010
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Den Titel hat er gewählt, weil er sich dachte, dass er unter dieser Überschrift „jeden Scheiß unterbringen kann“. Genau das tut er auch. Man könnte meinen, man hätte spät abends das Erste eingeschaltet und wäre bei Denis Schecks „Druckfrisch“ gelandet. Genau wie dieser stellt Nitschke nämlich Bücher vor – und fällt Urteile über sie, die mit Respekt nicht viel zu tun haben.

So wie Denis Scheck. Nur mit dem Unterschied, das dieser sich bei seiner Buchauswahl an den aktuellen Bestsellerlisten orientiert. Wenn Nitschke allerdings von einer Verona Feldbusch witzelt, weiß man beinahe nicht mehr, wer gemeint ist. Denn diese Frau heißt schon seit zehn Jahren nicht mehr so. Das scheint an dem Künstler vorbei gegangen zu sein. Ebenso wie die Tatsache, dass Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ nicht mehr zum momentanen Diskurs gehört. Trotzdem liest er Passagen daraus, und das Publikum ekelt sich wie am ersten Tag vor den Fäkalausdrücken die in dem Buch gehäuft vorkommen.

Dann erzählt der Kabarettist, sein Regisseur habe ihm geraten, er solle nicht immer nur, wie auch an diesem Abend, hinter dem Schreibtisch sitzen, sondern sich lieber mehr auf der Bühne bewegen oder zur Abwechslung mal in andere Rollen schlüpfen. Diesen Rat hat sich der Kölner wohl nicht zu Herzen genommen.

Stattdessen kritisiert er kreuz und quer durch die Bücherwelt und liest dabei zwischendurch immer wieder aus seinem „Tagebuch“ vor. Seine Lieblingssparte scheint „FDP - Wie geht‘s, wie steht‘s?“ zu sein, die jeden siebten Tag vorkommt und – wer hätte das gedacht?- die sinkenden potentiellen Wählerzahlen der Forsa Umfragen beinhaltet.

Als Zugabe gibt es dann eine Rezension zu einem Buch über Lady Di. Lady Gaga hätte eher ins Jahr 2010 gepasst.

Von Sarah Lodder