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Regional Lars im Wilden Westen
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10:26 21.11.2017
Lars Wätzold – hier auf der Probebühne –  inszeniert sein Stück "Winnetou und der halbe Abt" im DT-Keller.
Lars Wätzold – hier auf der Probebühne – inszeniert sein Stück "Winnetou und der halbe Abt" im DT-Keller. Quelle: PEK
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Göttingen

Lars Wätzold, bekannt als Mitglied der Comedy Company, inszeniert ein Stück für das Deutsche Theater (DT) Göttingen, „Winnetou und der halbe Abt“. Er hat es geschrieben und arbeitet mit einem Ensemble von DT-Schauspielern und Akteuren aus dem Theater im OP. Premiere ist am Donnerstag, 30. November.

Regisseur Wätzold zielt mit dem Revolver auf den Redakteur. Er drückt ab, ein klägliches Puff entwicht dem Schießeisen. Die Waffe darf so genannt werden, weil Wätzold sich beim Schreiben auf Karl May und seine Wildwest-Geschichten bezieht. Und da hieß die Knarre eben manchmal auf Schießeisen. Vor Jahrzehnten machten solche Spielzeug-Waffen noch Krach, heute nicht. Wätzold ist ein wenig angefressen: „Das Allerwichtigste ist die Munition“, sagt er mit Blick auf seine Inszenierung.

Die Geschichte spielt im Wilden Westen. Der General treibt dort sein Unwesen, ein Gangster. Mit seiner Bande überfällt er Farmer und schiebt es den Apachen in die Schuhe. Irgendwann fällt ihm eine halbe Schatzkarte in die Hände. Siegt am Ende das Böse?

Wer Wätzold kennt, weiß, dass dabei eine Komödie herauskommt. Im Jahr 2000 habe er das Stück schon einmal im ThOP inszeniert, mit großem Erfolg, wie er sich erinnert. Dann allerdings kam „Der Schuh des Manitou“ von und mit Bully Herbig auf die Kinoleinwand, das Todesurteil für Wätzolds Klamotte.

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Er habe den DT-Intendanten Erich Sidler angesprochen und ihm das Skript gegeben, erklärt Wätzold. Dessen Kommentar nach der Lektüre: „lustig“. So startete das Projekt. Aber warum unbedingt Cowboys und Indianer? Es hätten doch auch Ritter oder Seeräuber sein können. Wätzold: „Nimm etwas, was alle kennen, womit alle etwas verbinden – dann hast du eine gute Fallhöhe. Dann haben alle die gleichen Bilder im Kopf und du kannst damit spielen.“

Vom DT-Ensemble sind die komödiantischen Hochkaräter Ronny Thalmeyer und Gerd Zinck dabei, Thalmeyer gibt Winnetou, Zinck Old Shatterhand. „Es ist schon irre, mit denen zu arbeiten“, meint Wätzold. „Ich kann so einem Schlachtschiff doch nicht einfach sagen, was es machen soll.“ Die Gangster stellt das ThOP. Die werden gespielt von „den alten Kempen Thomas Rühling und Martin Liebetruth, die schon bei der Uraufführung dabei waren, und René Anders. Vom DT-Jugendclub kommt Sandra Nossek . Viel Personal für die Kellerbühne. Auch das ist Wätzold klar. Seine Antwort auf die Enge: „Das Prinzip muss Attacke heißen.“ Die Zuschauer sollten meinen, sie seien „gerade Zeuge von irgendetwas anderem Bizarren, einer Selbsthilfegruppe vielleicht“.

Die Kostüme für die wilde Wildwest-Show kommen teils aus der Requisite des Theaters, teils aber auch aus dem Faschingshandel. Wätzold: „Das Ganze darf ruhig einen Touch von Kindergeburtstag haben.“

Der Ankündigungstext verspricht übrigens ein überraschendes Ende, ein Happy End vielleicht? Wätzold muss kurz überlegen. „Eigentlich kann man sagen, es ist ein Happy End – aber auf eine ganz spezielle Weise.“

Die Premiere am Donnerstag, 30. November, beginnt um 20 Uhr auf der Kellerbühne des Deutschen Theaters. Die nächsten Vorstellung: 14., 19., 27. und 29. Dezember, um 20 Uhr im Deutschen Theater, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 0551/496934.

Von Peter Krüger-Lenz

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