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Regional Bowie-Musical auf der Bühne des Deutschen Theaters
Nachrichten Kultur Regional Bowie-Musical auf der Bühne des Deutschen Theaters
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00:22 14.06.2019
Volker Muthmann gemeinsam mit Andrea Strube und Dorothée Neff auf der Bühne. Quelle: Hupfeld
Göttingen

Auf der Suche nach Wasser auf der Erde gelandet findet Thomas Newton dort alles in einem für ihn unverständlichen Überfluss: Liebe, Erfolg, Brutalität und Wasser. Für die Figur Newton endet der Ausflug auf die Erde in einer Sackgasse: Er kann weder zurück auf seinen Heimatplaneten, noch kann er sterben.

Auf der Bühne des Deutschen Theaters steht der Göttinger Newton (Volker Muthmann) wie der Rest des Ensembles knöcheltief im Wasser inmitten eines Lamettawaldes. Das Bühnenbild ist düster, glamourös, ein wenig extraterrestrisch und lässt reichlich Raum für Interpretation. Damit scheint es die ideale Umgebung für einen Auftritt von David Bowie. Der ist bei der Inszenierung von Moritz Beichl zwar allgegenwärtig doch nie präsent.

Premiere am 15. Juni

Beichl ist 27 Jahre alt, ist entsprechend spät auf Bowie gestoßen und gesteht, zuhause mehrere Bilder des Künstlers hängen zu haben. „Lazarus ist eine Auseinandersetzung mit dem Tod“, sagt der Regisseur. David Bowie, der den Newton in der Romanverfilmung „The Man Who Fell To Earth“ 1976 selbst verkörperte, schrieb das Musical gemeinsam mit Enda Walsh zwei Jahre vor seinem eigenen Tod. Am Sonnabend, 15. Juni, hat das Lazarus in Göttingen Premiere.

Offizieller Trailer: „The Man Who Fell To Earth“

Gegen den Begriff Musical wehren sich Beichl und der musikalische Leiter Michael Frei allerdings energisch. Natürlich müsse man dem Kind einen Namen geben, aber dieser führe ihrer Meinung nach in die völlig falsche Richtung. Wer beispielsweise eine Best-Of-Produktionen wie „Mamma Mia“ oder „Tina“ erwarte, werde von Lazarus enttäuscht. Es fehlten dem Werk wesentliche Musical-Elemente wie ein Leitmotiv oder auch die Reprise, sagt Frei. Zudem sei die Handlung in Lazarus eher assoziativ. „Lazarus ist eine Rock-Show.“

Drei neue Kompositionen

Entsprechend ist die achtköpfige Band auch fester Bestandteil des Stückes. Sie verschwindet nicht im Orchestergraben, sondern bildet den musikalischen wie optischen Hintergrund der Inszenierung. Über die Arbeit mit den Musikern und den 17 Songs sagt Frei: „Jeder von uns hat seine Geschichte mit Bowie“, entsprechend sei der Zugang zu der Musik des Jahrhundertkünstlers auch nicht schwer gefallen. Im Gegenteil: „Ist ein Stück vorbei, freuen wir uns auf das nächste.“ Lazarus enthält Arbeiten aller Bowie-Schaffensphasen, die allerdings in neuen Arrangements und Stimmungen zu hören sein werden. Zudem fügte Bowie drei völlig neue Kompositionen hinzu.

In Hamburg, wo Lazarus im vergangenen Jahr am Schauspielhaus zu erleben war, war anschließend zu lesen, dass es immer schwierig sei, eine Musikproduktion mit einem Theaterensemble umzusetzen. Um dieser Kritik vorzugreifen, sagt Regisseur Beichl. „Deshalb inszeniere ich so gerne in Göttingen. Hier gibt es gute Sänger.“ Anders als andere Kollegen versucht er nicht, Bowies Auftritte und seine diversen Kunstfiguren zu kopieren. Der Göttinger Newton heißt Volker Muthmann. Seine hagere Erscheinung und die Haarfarbe lassen zwar Assoziationen zu. Ansonsten bleibt seine Figur eigenständig. „Volker ist ein Rockstar“, kommentiert Beichl.

„Die Band ist ordentlich laut“

Muthmanns Stimme ist markant und druckvoll, kann sich in ruhigen Passagen sogar unverstärkt gegen die Band und das Platschen von tanzenden Füßen auf der nassen Bühne durchsetzen. Dabei stehen die Instrumentalisten keineswegs auf der Bremse. „Die Band ist ordentlich laut, und sie soll laut sein“, erklärt Frei mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Sechs Wochen lang haben sich Ensemble und Band auf das Stück vorbereitet. Dabei wurden Abläufe geprobt, die Akustik optimiert und Bowies Werk studiert. „Der Film war Pflichtprogramm“, sagt Beichl.

Wie er sich nach der intensiven Probenarbeit fühlen werde, weiß er noch nicht. „Vielleicht brauche ich eine kleine Pause. Aber ich denke, ich werde es vermissen.“ Klar ist: Die Bowie-Bilder bleiben hängen.

Team und Ensemble

Regie Moritz Beichl Musikalische Leitung Michael Frei Bühne Valentin Baumeister Kostüme Astrid Klein Video Moritz Hils Dramaturgie Sonja Bachmann. Cast Florian Donath, Christina Jung, Roman Majewski, Daniel Mühe, Katharina Müller, Volker Muthmann, Dorothée Neff, Gregor Schleuning, Mirjam Sommer, Andrea Strube, Gerd Zinck Band Rolf Denecke, Manfred von der Emde, Michael Frei, Pauline Jung, Hans Kaul, Detlef Landeck, Frank Pecher, Rolf Rasch, Anton Säckl

15 Aufführungen von Lazarus

Nach der Premiere am 15. Juni um 19.45 Uhr ist die Lazarus-Inszenierung bis Anfang Juli noch an 14 weiteren Terminen zu erleben: 18. Juni (19.45 Uhr), 19. Juni (19.45 Uhr, Einführungsveranstaltung), 21. Juni (19.45 Uhr), 22. Juni (19.45 Uhr), 23. Juni (15 Uhr), 25. Juni (19.45 Uhr), 26. Juni (19.45 Uhr), 28. Juni (19.45 Uhr), 29. Juni (19.45 Uhr), 30. Juni (17 Uhr), 1. Juni (19.45 Uhr), 3. Juni (20.30 Uhr), 4. Juni (19.45 Uhr), 5. Juni (19.45 Uhr). Karten sind im Vorverkauf im Deutschen Theater oder über die Internetseite des DT erhältlich.

Gewinnspiel

Für die Voraufführung des Musicals "Lazarus" verlost das Tageblatt Karten: zehnmal zwei Tickets für die Generalprobe des Musikstücks am Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr im Deutschen Theater. Wer gewinnen möchte, kann am Mittwoch, 12. Juni zwischen 8 und 20 Uhr unter Telefon 0137/8600273 anrufen und deutlich seinen Namen, Anschrift und Telefonnummer sowie das Stichwort "Lazarus" auf Band sprechen. (0,50 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden informiert, ihre Namen im Tageblatt veröffentlicht.

Von Markus Scharf

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