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Regional Leicht schwermütiges Roadmovie
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19:50 13.07.2009
Schlicht und schön: Element of Crime mit ihren bekannten Hits und unveröffentlichtem Material auf der Waldbühne in Northeim.
Schlicht und schön: Element of Crime mit ihren bekannten Hits und unveröffentlichtem Material auf der Waldbühne in Northeim. Quelle: Mischke
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Element of Crime haben an diesem Abend eine Mischung aus ihren alten Hits und einigen neuen, bislang unveröffentlichten Stücken gespielt. Wer beides unterscheiden wollte, musste sich schon gut auskennen in der Musikgeschichte der Band. Denn Lieder wie „Immer da, wo du bist, bin ich nie“ klingen wie längst gehört. Klar, wer seit 25 Jahren als Band auf der Bühne steht, hat seinen Stil in aller Regel gefunden und gefestigt. Ein Lob der Kontinuität.

Noch immer klingen die Stücke mit den brillanten Texten von Frontmann Sven Regener – sie zählen zu den besten deutschsprachiger Musik im Lande – wie leicht schwermütige Roadmovies. Immer geht es um die Liebe, in den meisten Fällen um die verflossene. Regeners Helden treiben sich in Delmenhorst herum oder bei Getränke-Hoffmann. Sie stellen sich zu den Rentnern an der Ecke, weil sie geerdet werden wollen, oder lassen sich einen Vorschlaghammer mitbringen, weil sie Auto und Mobiliar entsorgen wollen, um die Konjunktur anzukurbeln. Und immer befinden sie sich an einem Punkt, an dem es gilt, wieder loszulegen.

Lautstark fordernde Fans

Mehr als 1000 Menschen hören sich an diesem Abend die Musik von Element of Crime an. Es sind Fans dabei, die die Band seit 25 Jahren verfolgen, und Festivalbesucher, die gerade erst auf sie gestoßen sind. Viele singen die Texte mit, einigen fordern lautstark ihre Lieblingslieder ein.

Regener erweist sich wieder einmal als eher mürrisch und wenig plauderlustig. Er spielt seine Gitarre mäßig, sein Trompete auf höherem Niveau. Sein Gesang klingt authentisch, und seinen Spaß hat er vor allem mit Drummer Richard Pappik. Beide feuern sich gerne an, während Jakob Ilja selbstversunken einen eigenwilligen und großartigen Sound aus der Gitarre streichelt. Auch Basser David Young, Jahrgang 1949, immerhin Ex-Bandmitglied von John Cale und seit 2002 fest bei Element of Crime, hat seinen Spaß vor allem mit sich selbst. Zusammen allerdings funktionieren die Einzelteile wie geschmiert. Vier Zugaben, und kaum jemand will gehen.

Thees Uhlmann, Kopf von Tomte und einer der Chefs des ausrichtenden Labels „Grand Hotel van Cleef“ hatte erst den Boden mit durchschnittlichem deutschsprachigem Indierock für Element of Crime bereitet, um der Band dann mit einem selbst verfassten Gedicht zu huldigen – ein später Dank dafür, dass er vor Jahren mit Tomte als Vorband mit Element of Crime touren durfte. Eine schöne Geste, ein schöner Abend, trotz aller Regenfeuchte und Eiseskälte.

Von Peter Krüger-Lenz

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