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Regional „Leben, nichts als lieben“: Lelia Strysewske stellt ihr erstes Buch vor
Nachrichten Kultur Regional „Leben, nichts als lieben“: Lelia Strysewske stellt ihr erstes Buch vor
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12:00 02.12.2019
Am liebsten schreibt Lelia Strysewske am Schreibtisch in ihrem Arbeitszimmer. Quelle: Garben
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Göttingen

Die Schriftstellerin und Psychotherapeutin Lelia Strysewske veröffentlicht mit „Leben, nichts als lieben“ ihr erstes Buch. Am 12. Dezember um 20 Uhr stellt sie die Sammlung von Erzählungen und Lyrik bei einer Lesung in derGalerie Alte Feuerwache, Am Ritterplan 4, vor. Musikalisch begleitet wird sie dabei von Pettra Biertümpfel und dem Vokalensemble Choriander.

In den vergangenen Jahren sind Geschichten und Gedichte entstanden, in denen Strysewske eigene Erlebnisse mit denen von Freunden, Klienten und Familienmitgliedern vermischt, aber auch Fiktives und „Surreales“ hat einfließen lassen. Es geht um menschliche Begegnungen, der Sehnsucht nach etwas Wesentlichem, um Nähe und Distanz, Konflikte und Ängste, und letztlich darum, diese zu verarbeiten, erklärt sie.

Strysewske, schlank, mit langen dunkelroten Haaren und „in den 50ern“, schreibt seit ihrer Kindheit. Kreativ sei sie schon immer gewesen. Ihre Mutter habe mal ein Bild aus Leder für sie gefertigt, mit dem Titel „Hier träumt Lelia“. „Das Leben als Fest zu betrachten, war schon als Kind wichtig für mich“, sagt sie. Mit 30 hat Strysewske ihr erstes Buch geschrieben. Der Roman spielt in Australien, wo sie zehn Jahre gelebt hat. Ein Frauenbuchverlag habe ihn veröffentlichen, zuvor allerdings einige Änderungen vornehmen wollen. Für Strysewske kam das damals nicht infrage und so landete das Manuskript in der Schublade.

Zugang zu tieferen Schichten

Bevor sie auf Fragen antwortet, überlegt Strysewske, korrigiert sich manchmal, wie um sicher zu gehen, dass ihre Sprache den eigenen Gedanken auch wirklich gerecht wird. „Ich mag bestimmte Zahlen und Wörter nicht, weil sie so festlegen“, sagt sie. Zusätzlich zum Schreiben drückt sie sich durch Tanz, Malerei und Gesang aus, für sie ebenfalls Möglichkeiten, die eigene Persönlichkeit entfalten zu können. Zudem erlaubten sie einen „Zugang zu tieferen Schichten, jenseits des Funktionalen“.

Am liebsten schreibt Strysewske am Schreibtisch, der direkt am Fenster steht, oder auf ihrer Lieblingsinsel „in der Wärme“. Was sie dabei braucht: Stille. In ihren Texten spüre sie Fragen nach wie „Wie kann ich mich lieben und andere?“ oder „Wie kann ich mein Leben leben mit allen Herausforderungen, die mich manchmal verstören?“

Verstören möchte Strysewske die Menschen auch mit ihren Texten, damit sie etwas in sich bewegen und sich öffnen. Gleichzeitig möchte sie sie ermutigen, ihre „tiefsten Träume und Bedürfnisse ins Leben zu rufen“. Der Gedanke „beseelt mich, Menschen zu verlocken, in sich selbst die eigenen Kostbarkeiten zu entdecken“ und sich von „Ängsten und Gefangenschaften“ zu lösen. Ihr Buch sei aber kein Selbsthilfebuch, betont Strysewske. Vielmehr gehe es darum, die Leser so in die Geschichten eintauchen zu lassen, dass es sie bereichert.

Zum Wandel beitragen

Sie selbst habe in ihrem Leben einige Träume verwirklichen können, sei Lehrerin, Mutter, Schriftstellerin und Therapeutin geworden. Zu unterrichten, zu schreiben, therapeutisch zu arbeiten und zu tanzen, habe sie wie einen inneren Ruf empfunden. Etwas, das sie auch anderen wünscht, „weil ich so gerne über meine Praxis und Kreise hinaus mit zum Wandel beitragen möchte.“

Gerade beschäftigten sie die Themen Angst und Panik und die Menschen, die damit zu tun haben. Sie wünsche sich, dass die Betroffenen Angst als Herausforderung sehen, etwas im Leben zu verändern, und Vertrauen in sich zu entwickeln. Es gehe darum, „das, was ich wirklich will, ins Leben zu entlassen“, etwas zu finden, das glücklich macht, sinnvoll und gehaltvoll erscheint. Sie selbst blicke auf ihr fertiges Buch wie auf ein Kind, „mit Dankbarkeit“.

Lelia Strysewske:"Leben, nichts als lieben". Ganymed Edition. 184 Seiten, 16 Euro.

Von Nora Garben

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