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Regional Leo Bartsch: „Ich habe meine Stimme gefunden“
Nachrichten Kultur Regional Leo Bartsch: „Ich habe meine Stimme gefunden“
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00:20 08.07.2019
Leonore "Leo" Bartsch veröffentlicht am 5. Juli ihre erste offizielle Solosingle „Welle für Welle“. Quelle: Maria Menzel
Bernshausen

Nach fünf Jahren Pause meldet sich Leonore „Leo“ Bartsch musikalisch zurück. Mit „Welle für Welle“ veröffentlicht die Ex-Sängerin der Castingband Queensberry am 5. Juli ihre erste offizielle Solosingle – unter ihrem Vornamen „Leonore“. Im Spätherbst soll eine EP mit acht bis neun Songs folgen.

Musikalisch ist es in den vergangenen Jahren ruhig geworden um Leo Bartsch. Zuletzt sorgte die Bernshäuserin mit ihrer Teilnahme bei der RTL-Sendung „Adam und Eva“ für Schlagzeilen. Seitdem ist viel passiert, Bartsch beendete ihr Literatur-Studium, ging auf Weltreise und verletzte sich schwer bei einem Surf-Unfall.

Leo Bartsch in dem VW-Bus, mit dem sie um die Welt gereist ist. Quelle: Maria Menzel

Vor drei Jahren fing sie auf ihren Reisen wieder mit dem Songschreiben an – ohne Druck von außen, ohne Erwartungen, nur mit der Gitarre im Gepäck. Das habe ihr den Spaß an der Musik zurückgegeben. „Ich habe mich so viele Jahre nicht mehr getraut, Musik zu machen, weil ich dachte, ich hätte meinen Traum gelebt und damit muss ich zufrieden sein.“ Doch alleine zu reisen, habe ihre Perspektive verändert. Auch der schwere Unfall markierte einen Einschnitt. Danach habe sie sich vorgenommen, nur noch Sachen zu machen, „die mich glücklich machen und die sinnvoll sind“. Diesen Anspruch hat sie auch beruflich verwirklicht: Bartsch arbeitet Teilzeit als Community Managerin für das Kinderhilfsnetzwerk „War Child Deutschland“ in Hamburg. Hier hat sie das Gefühl, „etwas zu machen, das sinnhaft ist und die Welt vielleicht ein bisschen zum Positiven ändert“.

Sinnkrise nach Aus von Queensberry

Bis sie musikalisch an diesen Punkt kam, hat es gedauert. Nach dem Ende von Queensberry habe sie eine starke Sinnkrise durchlebt und sich eine Zeit lang sehr verloren gefühlt, gleichzeitig aber auch ein Gefühl von großer Freiheit gespürt. Sie habe damals sehr mit ihrem Selbstbewusstsein zu kämpfen gehabt und die Band mit dem Gefühl verlassen, „ich bin nicht gut genug, um selber Musik zu machen“. Von der Sorge, die Leute würden sie als Künstlerin und Songwriterin wegen ihrer Mitgliedschaft in einer Castingband und der Teilnahme bei dem RTL-Format ohnehin nicht ernst nehmen, hat sich die 30-Jährige freigemacht. Es sei ein Balanceakt gewesen, sich von der Vergangenheit zu lösen, ohne sie zu verteufeln. Mittlerweile habe sie nicht mehr so stark das Verlangen, sich beweisen zu müssen. Man glaubt ihr, wenn sie sagt: „Ich weiß inzwischen, wer ich bin und was ich kann.“

Die neuen Songs hat die 30-Jährige alle selbst geschrieben und komponiert, ohne die Hilfe einer Plattenfirma und eines Managers. „Dieses Mal möchte ich es ohne Fremdbestimmung machen“, sagt sie. Dass sie auf Deutsch singen würde, sei ihr von Anfang an klar gewesen, „weil das einfach die Sprache ist, die mir am nächsten ist, in der ich mich am besten ausdrücken und die das transportieren kann, was ich fühle.“ Mit ihren Songs wolle sie eine Lebenseinstellung festhalten, die beschreibt, wie es sich anfühlt, angekommen zu sein, und wieder Vertrauen in die Zukunft zu haben, sagt Bartsch.

Das Video zur Single „Welle für Welle“ wurde an der Ostsee gedreht. Quelle: Maria Menzel

Reduzierter Akustik-Pop

Die größte Inspiration beim Musikschreiben habe sie an dem Punkt empfunden, „an dem ich aufgehört habe, zu versuchen, irgendwas anderes zu sein als ich selbst“. Akustik-Pop, sehr reduziert, nicht „total glatt gezogen“ und mit Fokus auf den Text – so beschreibt Bartsch den Sound der neuen Songs. Das höre man auch an ihrer Stimme. „Ich versuche nicht mehr so zu klingen, wie man zu klingen hat, wenn man in einer Girlgroup ist.“ Sie singe aus dem Herzen, etwas von dem sie glaubt, es früher nicht getan zu haben. „Heute habe ich meine Stimme gefunden.“

Dreh zur Single „Welle für Welle

Deshalb sei sie jetzt sowohl auf persönlicher als auch auf künstlerischen Ebene bereit, ihre Musik mit der Welt zu teilen. Charterfolge erwartet und braucht sie nicht, sagt Bartsch – hatte sie, war schön, jetzt aber gehe es darum, sich über die eigene Musik auszudrücken und Geschichten zu erzählen, „die vielleicht auch anderen Leuten etwas geben.“

Leonore Bartsch

Leo Bartsch stammt aus Bernshausen und hat am Felix-Klein-Gymnasium ihr Abitur gemacht. 2008 wurde sie Mitglied bei der Popstarsband Queensberry, die sie nach vier Jahren auf eigenen Wunsch verließ. 2014 war sie Teil des Gesangsduos Resaid, dessen Album „Acoustic Adventures“ Platz 14 in den deutschen Album-Charts belegte. Zudem arbeitete sie als Songschreiberin an der Filmmusik zum Soundtrack von Hanni und Nanni 2 und 3 mit. Mit „Welle für Welle“ erscheint ihre erste ­offizielle Solosingle am Freitag, 5. Juli. Der Song kann im Internet auf allen bekannten Plattformen heruntergeladen werden. Das zugehörige Musikvideo, das an der Ostsee gedreht wurde, wird ebenfalls am 5. Juli auf Youtube veröffentlicht. Voraussichtlich im September soll die zweite Single, im Spätherbst die EP folgen.

Trotzdem sei es richtig und wichtig gewesen, fünf Jahre lang etwas anderes zu machen, sagt Bartsch. „Ich glaube, ich habe mir damit ein bisschen meine Identität als Künstlerin und bis zu einem gewissen Grad auch als Mensch zurückerobert.“

Von Nora Garben

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