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Regional Lebenslinien dreier Frauen
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18:31 29.03.2018
Gesine Cukrowski ist mit „Drei Frauen aus Deutschland“ beim Göttinger Kultursommer zu Gast.
Gesine Cukrowski ist mit „Drei Frauen aus Deutschland“ beim Göttinger Kultursommer zu Gast. Quelle: r
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Göttingen

200 Jahre deutsche Geschichte entlang der Lebenslinien dreier Frauen: Mit dem Rezitationsabend von Martin Mühleis sind schon seit einiger Zeit drei Schauspielerinnen in unterschiedlicher Formation auf den Bühnen Deutschlands unterwegs. In Göttingen werden es die drei aus dem Fernsehen bekannten Schauspielerinnen Eichhorn (Der Sandmann, Tatort), Cukrowski (Der letzte Zeuge), und Harder (Klemperer – Ein Leben in Deutschland) sein, die drei interessante Frauenfiguren porträtieren: Bettina von Arnim, Else Lasker-Schüler, Erika Mann. Deren Biografien werden dabei chronologisch aufgerollt. Die Sprecherinnen wechseln sich ab in der lebendigen Textmontage, die die Persönlichkeit, das Denken, die Sprache der drei Frauen zeigt.

Auch wenn die drei porträtierten Frauen unterschiedlichen Generationen und Lebenswelten entstammten, waren sie alle drei fortschrittlich in ihrem Denken und arbeiteten als kritische und politische Geister an einer neuen, besseren Gesellschaft. Bettina von Arnim gehört zu jener Generation emanzipierter Frauen, die sich nicht in die Rollenklischees und Traditionen dreinfügen wollten. „Ich brauche keine Stütze im Leben“, erklärte sie, als man sie verheiraten wollte – sie suchte sich den Mann selbst aus. Freiheit ist der zentrale Begriff in ihrem Leben.

Else Lasker-Schüler propagierte die offene, durchmischte Gesellschaft, die, so war sie überzeugt, „tolerante, taktvolle Menschen“ hervorbringe. Und Erika Mann entwickelte sich von einer vergnügungssüchtigen Bohemienne zur politisch aktiven Frau. Sie verlässt Deutschland während des Nationalsozialismus, macht Kabarett in Zürich, zieht als Vortragsreisende durch Amerika und wird zu einer politischen Stimme im Kampf gegen Hitler.

Der vom Fachdienst Kultur organisierte Kultursommer geht in diesem Jahr in seine 30. Auflage. Zum Programm gehört unter anderem auch der Auftritt von Matthias Brandt und Jens Thomas mit ihrem Stück „Psycho – Fantasie über das kalte Entsetzen!“ aus dem Jahr 2013. Die beiden interpretieren Alfred Hitchcocks filmisches Jahrhundertwerk am Sonnabend, 30. Juni.

Karten für den Kultursommer gibt es bei den Geschäftsstellen des Göttinger Tageblatts, Weender Straße 44, und des Eichsfelder Tageblatts, Marktstraße 9 in Duderstadt, oder online unter tickets. goettinger-tageblatt.de.

Das vollständige Programm des Göttinger Kultursommers ist unter kultursommer.goettingen.de einsehbar.

Von Christiane Böhm

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