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Regional Literaturfest Niedersachsen: Über die Freundschaft von Goethe und Schiller
Nachrichten Kultur Regional Literaturfest Niedersachsen: Über die Freundschaft von Goethe und Schiller
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16:52 24.09.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Mit dem Trio Amun: Heikko Deutschmann (2. von rechts) und Robert Stadlober (rechts). Quelle: Lüder
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Duderstadt

Da passte es prächtig, dass die Schauspieler Heikko Deutschmann und Robert Stadlober im Rahmen des Literaturfestes Niedersachsen ins Rathaus gekommen waren.

Denn das Thema des Festivals ist Freundschaft, und Deutschmann und Stadlober lasen Texte von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich Schiller (1759-1805), zwei große Dichter und Denker, deren Freundschaft sich erst entwickeln musste, damals in Weimar.

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Zusammengestellt hat der Schriftsteller und Dramaturg Friedrich Dieckmann die Texte.

Acht Jahre dauerte es, bis die beiden sich näher kamen. Goethe, 1786 aus Italien zurück gekehrt, fand in Weimar Schiller vor, der sich dort im Kulturbetrieb eingenistete hatte. Goethe allerdings fand dessen Werk „Die Räuber“ abstoßend. Erst 1794 führte sie ein naturwissenschaftliches Gespräch zueinander. Der Beginn einer großen Freundschaft.

Ein bisschen widerborstig

Später veröffentlichte Goethe in der Zeitschrift „Die Horen“, die Schiller 1795 gründete und die bis 1797 erschien. „Nur die klügsten und kreativsten Köpfe“ sollten für das Blatt schreiben, das im der Cotta’sche Verlagsbuchhandlung erschien, ein Verlegername, der noch heute in der Verlagslandschaft von Bedeutung ist.

Der schlanke Deutschmann übernahm an diesem Abend den Part Goethes, den Zeitgenossen als eher untersetzt beschrieben. Er las routiniert und professionell, meist mit dem Versuch, Kontakt zum Publikum zu halten. Etwas spröder zeigte sich Stadlober, der Schiller an diesem Abend gab.

Sehr selbstbewusst wirkt er, intellektuell und ein bisschen widerborstig. Man kann ihn sich gut als Schiller-Besetzung in einem Film vorstellen.

Den musikalischen Rahmen gestaltete das Trio Amun. Es spielte vier Sätze aus dem Streichtrio B-Dur, das Franz Schubert (1797-1828) in den Jahren 1816/17 komponierte, eine Zeit, in der er seine Werke vor allem den Schubertianern vorspielte – junge Freunde Schuberts.