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Regional Literaturherbst mit Gästen aus zehn Ländern
Nachrichten Kultur Regional Literaturherbst mit Gästen aus zehn Ländern
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18:33 09.08.2011
Von Peter Krüger-Lenz
Vielfach übersetzt: der Fantasy- und Science-Fiction-Autor Tad Williams.
Vielfach übersetzt: der Fantasy- und Science-Fiction-Autor Tad Williams. Quelle: Murat
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Eine der Stars des Lesefestivals kommt ganz am Schluss: Tad Williams. Am Sonntag, 23. Oktober, stellt er um 21 Uhr „Das Herz“ im Deutschen Theater (DT) vor, den letzten Band seiner aktuellen „Shadowmarch“-Reihe. Die Bücher des Fantasy- und Science.Fiction-Autors wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, auch Hollywood hat schon an seine Tür geklopft.

Zu den Glanzlichtern der Wissenschaftsreihe soll der Auftritt von Victor Mayer-Schönberger werden. Der ehemalige Software-Entwickler und jetzige Professor am Oxford Internet Institut zählt zu den Koryphäen seines Fachs. Er ist weltweit gefragter Berater, unter anderem von Microsoft. „Eine große Nummer“, sagt Literaturherbst-Geschäftsführer Christoph Reisner. Mayer-Schönberger plädiert in seinem Buch „Delete. Die Tugend des Vergessens“ für ein Verfallsdatum für Daten im Internet (Donnerstag, 20. Oktober, 19 Uhr, Altes Rathaus, Markt 9).

Seinen ersten und einzigen Deutschland-Auftritt hat Peter Temple beim Literaturherbst. 1946 in Südafrika geboren, lebt der Krimiautor heute in Australien. Seine Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Für seinen jüngsten Roman „Wahrheit“, der in diesem Jahr auf Deutsch erschienen ist, wurde Temple unter anderem mit dem Miles Franklin Award ausgezeichnet, einem der wichtigsten australischen Literaturpreise (Mittwoch, 19. Oktober, 21 Uhr, Altes Rathaus).

Eröffnet wird das Festival mit einem Vortrag von Katerina Harvati. Die gebürtige Griechin lehrt in Tübingen Paläoanthropologie. In ihren aktuellen Buch schreibt sie über „Neandertaler und moderne Menschen“ und meint, es sei „die Geschichte einer Verwandtschaft“, denn unsere Vorfahren und die Neandertaler lebten bis zu deren Verschwinden gemeinsam in Europa. Reisner nennt den Auftritt Harvatis „glamourös“ (Freitag, 14. Oktober, 19 Uhr, Paulinerkirche). Gleichzeitig stellt der Historiker Lothar Gall seine Humboldt-Biographie im Alten Rathaus vor. Moderiert wird diese Veranstaltung von Christian Starck, Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Weitere Hochkaräter des Programms: der Schriftsteller Feridun Zaimoglu mit seinem Buch „Ruß“, Thomas Pogge, Professor in Yale, dessen Buch über „Weltarmut und Menschenrechte“ nach vier Jahren des Wartens jetzt auf Deutsch erscheint, und der seinen Göttingen Besuch zwischen Aufenthalten in Canberra/Australien und Neu-Delhi/Indien eingeschoben hat, der Physiker Metin Tolan, der über Fußball forschte und Heinz Rudolf Kunze, der nicht nur lesen, sondern auch musizieren wird.

Festival-Chef Reisner wacht über ein Budget von 120 000 Euro, „ein stabiles Budget“, sagt er und fügt an: „Unser Geschäft ist sehr unspekulativ.“ Seit 2007 haben sich die Besucherzahlen bei etwa 5000 stabilisiert, und einiges ist passiert in diesen Jahren. Reisner gründete für das Festival eine GmbH, er kooperiert jetzt mit der Universität, der Akademie der Wissenschaften und den Max-Planck-Instituten in der Region. Er habe auch auf die veränderte Festivallandschaft mit ihren Neugründungen reagiert und auf eine starke Wissenschaftsreihe gesetzt. Ein Konzept wie geschaffen für Göttingen, meint Reisner, „in Oberhausen könnte ich das nicht fahren“.

Das komplette Programm: literaturherbst.com. Kartentelefon: 05 51 / 49 98 031.