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Regional Literaturwissenschaftler und Publizist Arnold ist gestorben
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10:39 02.11.2011
Heinz Ludwig Arnold Quelle: EL
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1940 in Essen geboren, studierte er ab 1960 in Göttingen zunächst Jura, dann Literaturwissenschaft, Romanistik und Philosophie. Bedeutsam für seinen späteren Lebensweg war die Begegnung mit dem Schriftsteller Ernst Jünger, bei dem er in den Semesterferien von 1961 bis 1964 als Privatsekretär arbeitete.

Ebenfalls noch während des Studiums, im Jahre 1963, gründete Arnold die Zeitschrift „text und kritik“. Sie ist unter seiner Leitung „zu einem der wichtigsten Foren für die Darstellung, Deutung und kritische Diskussion deutscher Gegenwartsliteratur geworden“, wie es in der Laudatio zu der vor einer Woche vorgenommenen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes heißt. 1995 ernannte ihn die Universität Göttingen zum Honorarprofessor, 1998 erhielt er den Niedersachsenpreis für Publizistik, 1999 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

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Neben der Zeitschrift „text und kritik“ hat Arnold seit 1978 das „Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ herausgegeben, dem 1983 das „Kritische Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwarts­literatur“ folgte. Außerdem hat er 2009 die vollständig überarbeitete Neuausgabe von Kindlers Literaturlexikon ediert.

Daneben hat er zahlreiche Bücher zur deutschen Literatur geschrieben und herausgegeben, darunter eine elfbändige Anthologie „Die deutsche Literatur seit 1945“, eine Rowohlt-Monographie über „Die Gruppe 47“ sowie, gemeinsam mit Heinrich Detering, den mittlerweile in neunter Auflage erschienenen Band „Grundzüge der Literaturwissenschaft“.

Noch kurz vor seinem Tod hat Arnold sein Buch mit den „Wilflinger Erinnerungen“ vollendet, in dem er über seine Zeit als Sekretär von Jünger berichtet. Es soll im Frühjahr 2012 bei Wallstein herauskommen.

el