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17:05 09.07.2019
Lukas Bärfuss bei seiner Poetikvorlesung in der Aula der Universität Göttingen. Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Der Georg-Büchner-Preis gilt als der renommierteste Literaturpreis im deutschen Sprachraum. Der mit 50000 Euro dotierte Preis wird am 2. November in Darmstadt verliehen.

Er komme immer sehr gern in „seine Verlagsstadt“ hat Bärfuss unter anderem auf der Feier zum 30jährigen Bestehen des Wallstein-Verlags 2016 gesagt. Er schätze die Zusammenarbeit mit den Göttinger Verlegern. „Die Stücke, Essays und Romane von Lukas Bärfuss erscheinen seit 2005 im Wallstein Verlag. Thorsten Ahrend und ich haben seit dem ersten Buch an die künstlerische Kraft und die intellektuelle Präzision dieses Autors geglaubt. Der Georg-Büchner-Preis würdigt in Lukas Bärfuss’ Werken die „psychologische Sensibilität und den Willen zur Wahrhaftigkeit“ dieses großen Autors der jüngeren Generation“, sagt Wallstein-Geschäftsführer Thedel von Wallmoden

Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse

Bärfuss sei ein herausragender Erzähler und Dramatiker, so begründet die Jury ihre Entscheidung. „In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit“ heißt es weiter. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkundeten seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. „Es sind Qualitäten, die zugleich Bärfuss‘ Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleitet.“

Erfolgreicher Theaterautor

Bärfuss, geboren am 30. Dezember 1971 in Thun/Schweiz, ist Dramatiker, Erzähler und Essayist. Er lebt in Zürich. Er begann zunächst 1998 als Dramatiker und avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterautoren. Seine Theaterstücke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen: „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“« (2003), „ÖL“ (2009) und „Frau Schmitz“ (2016). Sein neuestes Drama, „Der Elefantengeist“, wurde im September 2018 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

Als Erzähler debütierte Bärfuss 2002 mit der Novelle „Die toten Männer“. Sein erster Roman „Hundert Tage“ über den Völkermord in Ruanda erschien 2008. Wie dieser so fand auch sein zweiter Roman „Koala“ aus dem Jahr 2014, in dem er den Suizid seines Bruders darstellerisch verarbeitet, ein großes Echo in der Öffentlichkeit, so heißt es in einer Mitteilung des Wallstein-Verlages. Für diesen Roman wurde ihm 2014 der Schweizer Buchpreis verliehen. 2017 erschien sein jüngster Roman „Hagard“, dessen Geschichte um einen erfolgreichen Geschäftsmann kreist, der sich durch obsessives Begehren aus allen sozialen Bindungen löst.

2017 hielt Bärfuss in Göttingen die Poetik-Vorlesung in Göttingen, auch zu Lesungen im Literarischen Zentrum ist der Autor immer wieder hier gewesen.

Vielfach ausgezeichneter Autor

Zu den vielen Auszeichnungen, die Bärfuss erhalten hat, zählen: 2005 Mülheimer Dramatikerpreis, 2008 Mara-Cassens-Preis, 2009 Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis), 2010 Hans-Fallada-Preis, 2013 Berliner Literaturpreis, 2014 Solothurner Literaturpreis, 2014 Schweizer Buchpreis, 2015 Nicolas-Born-Preis, 2016 Johann-Peter-Hebel-Preis, 2018 Preis der LiteraTour Nord.

Mehr zum Thema

Ein Interview mit dem Autor finden Sie hier: https://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Kultur/Regional/Das-Recht-auf-Freude-verteidigen

Georg-Büchner-Preis

Der Georg-Büchner-Preis wurde zum ersten Mal am 11. August 1923 verliehen. Er war vom damaligen Volksstaat Hessen gestiftet und in der Landeshauptstadt Darmstadt übergeben worden. Er wurde an Dichter, Künstler, Schauspieler und Sänger verliehen.

Seit 1951 wird der Georg-Büchner-Preis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung als Literaturpreis vergeben. Ausgezeichnet werden Schrift­stellerinnen und Schrift­steller, „die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervor­treten und die an der Gestaltung des gegen­wärtigen deutschen Kultur­lebens wesentlichen Anteil haben.“

Zu den Preisträgern zählen unter anderem: Terézia Mora (2018), Jan Wagner (2017), Marcel Beyer (2016), Felicitas Hoppe (2012), Alexander Kluge (2003), Friederike Mayröcker (2001),Elfriede Jelinek (1998), Adolf Muschg (1994), Botho Strauß (1989), Christa Wolf (1980), Peter Handke (1973), Golo Mann (1968) und Ingeborg Bachmann (1964).

Von Christiane Böhm

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