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Regional Mächtig Stimmung: Die Band Caravan Palace im Kulturzelt an der Drahtbrücke
Nachrichten Kultur Regional Mächtig Stimmung: Die Band Caravan Palace im Kulturzelt an der Drahtbrücke
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17:36 23.08.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Ruhe vor dem (Kissen-)Sturm: Sängerin Colotis Zoé in der Konzentrationsphase bevor die Post abgeht. Quelle: PEK
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Kassel

Und beide sind ganz dicht an der Wahrheit.

Zwei Alben herausgebracht

Das Sextett Caravan Palace kommt aus Frankreich und hat bislang zwei Alben herausgebracht, beide außerordentlich erfolgreich. Der Sound gründet sich auf einer musikalischen Vorliebe des Gründer-Trios Charles Delaporte (Bass), Arnaud Vial (Gitarre) und Hugues Payen (Violine), die den Gipsy-Gitarristen Django Reinhard verehren und den Swing der 30er- und 40er-Jahre klasse finden. Nach einige Jahren der Experimente kreierten sie eine Musik, die Bemerkenswertes mit einander verbindet.

Wilde Clubsound-Mischung

Sie wedeln den leicht staubigen Swing ab und verbinden ihn mit Elektrosounds der vergangenen drei Jahrzehnte. Das klingt nach einer sehr wilden Clubsound-Mischung, in der sich Swinggitarre, Vibraphon, Geige, Waschbrett und Klarinette verbinden mit im Computer programmierten dröhnenden Bässen, jaulendem Dröhnen und reichlich DJ-Gefrickel. Etwas ähnliches hat schon mit den Balkan-Beats funktioniert, warum also nicht mit Swing.

Verstärkung geholt

Schon für die ersten Konzerte holte sich das Trio Verstärkung, darunter auch die sehr temperamentvolle Sängerin Colotis Zoé, die eine hübsche Stimme mitbringt und tatsächlich nach Swing klingt. Ihre background-singenden Instrumentalkollegen spielen alle mehrere Instrumente, die meisten auch irgendetwas Elektronisches. Da haben die Konzertbesucher auch etwas zu tun, wenn sie, gerade vom Herumtoben erschöpft, nach Atem ringen. Denn sie können versuchen zu ergründen, wer mit welchem Gerät gerade welchen Klang erzeugt.

Das Publikum geht nach anfänglichem leichten Wippen über ordentliches Zucken zu ausgelassenem Hüpfen über. Die Stimmung steigt noch, als die ersten Kissen fliegen. Überschäumende Begeisterung, wie nach dem Konzert von der Besucherin vermutet? Nein, das nicht. Aber ein cleverer Schachzug von Sängerin Zoé. Die war nämlich unbemerkt in den Zuschauerraum gekommen, hatte die Sitzkissen an sich gebracht und in die Menge gefeuert. Eine temperamentvolle junge Frau eben.