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15:28 21.07.2019
Zu Gast in Hann. Münden: Anatoly Rybkin und Margarita Musichenko. Quelle: Caspar
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Hann. Münden

Eigentlich hatte der St. Petersburger Maler Rybkin vier Wochen lang in der Dreiflüssestadt arbeiten wollen. Am Ende wurden daraus nur sechs Tage. Sie habe bereits daran gezweifelt, dass es mit der Ausstellung überhaupt noch etwas werden würde, bekannte Nina Geling von der Galerie Dreiklang. Etwas beruhigt habe sie, dass Rybkin die 42-stündige Busfahrt nach Deutschland mit 14 Bildern im Gepäck angetreten sei. Nach der Ankunft habe der Künstler zuversichtlich erklärt, dass Gott für die Erschaffung der Welt auch nur sechs Tage Zeit gehabt habe.

14 Gemälde in sechs Tagen

Rybkin, der Hann. Münden von einem Arbeitsbesuch mit anschließender Ausstellung bei Geling und ihrem Mann Ekkahart Bouchon im vergangenen Jahr bereits kannte, machte sich an die Arbeit. Er zog mit seiner Leinwand los. Das Mittagessen ließ er ausfallen. Abends arbeitete er im Atelier weiter. So entstanden in kurzer Zeit 14 Bilder mit Mündener Motiven.

Bürgermeister gibt Bild des alten Rathauses in Auftrag

Das glitzernde Wasser der Flüsse, das saftige Grün der Wälder, die alten Fachwerkhäuser und steinernen Türme – Rybkin ist fasziniert von Hann. Münden. Und seine Bilder gefallen den Mündenern. Mehrere wollten sie dem Maler gleich auf der Straße abkaufen. Bei einem Vorabbesuch in der Galerie war Bürgermeister Harald Wegener (Bürgerforum Münden) so angetan, dass er ein Bild des alten Rathauses der Stadt in Auftrag gab. Er benötigt es für die traditionelle Stapelmahlzeit, bei der die Stadt jährlich der Verleihung des Stapelrechts im Mittelalter gedenkt. Auf Anordnung der welfischen Herrscher mussten Handelsschiffe, die auf den Flüssen unterwegs waren, ihre Ware in Hann. Münden zum Kauf anbieten. Das sicherte der Stadt ihren Reichtum.

Aufenthalt auf Kuba

Sie selbst, so Geling, habe Rybkin in St. Petersburg bei einer Ausstellung in der Akademie der Künste kennengelernt. Weit sei der Künstler herumgekommen. Auf Kuba habe er den alten Mann aus Ernest Hemingways Erzählung „Der alte Mann und das Meer“ kennengelernt. Er habe ihn porträtieren wollen. Das sei ihm aber aus Zeitgründen nicht möglich gewesen. Die Mitarbeiter der russischen Botschaft hätten ihn in Beschlag genommen. Er habe deren Frauen malen müssen.

Porträtmaler in Indien

„In Indien wollte ein einflussreicher Geschäftsmann ein Bild von sich“, erzählte Geling. Der habe aber keine vier Stunden Zeit gehabt, Modell zu sitzen. Bereits nach 40 Minuten sei er gegangen. Rybkin habe das Bild trotzdem fertigstellen können. Der Auftraggeber sei so begeistert gewesen, dass der Russe für den Rest seines Indienaufenthalts freie Kost und Logis erhalten habe.

Konzert mit Musichenko

Zur Eröffnung spielte die Moskauer Pianistin Musichenko. Die Eltern, ein Architekt und eine Psychologin, hätten das Talent ihrer Tochter früh entdeckt, erzählte Geling. Bereits mit vier Jahren habe das Mädchen privat Musikunterricht erhalten. Mit sechs Jahren sei sie als Schülerin des Konservatoriums angenommen worden. Tourneen hätten sie ins Ausland geführt. Sie habe zahlreiche Preise erhalten.

In Münden spielte Musichenko gefühlvoll drei Preludes von Sergei Rachmaninow, die zwischen Hochgefühlen der Liebe, Enttäuschung und Verzweiflung schwankten. Von Michail Glinkas jubilierenden Stück „Die Lerche“ gab es eine Bearbeitung für das Klavier von Miliy Balakirev zu hören. Aus Pjotr Tschaikowskis Ballett „Nussknacker“ erklangen drei Stücke in Klavierbearbeiten von Michail Pletjnow.

Die Ausstellung ist noch bis zum 1. August in der Galerie Dreiklang, Hannoversche Straße 2, in Hann. Münden zu sehen.

Von Michael Caspar

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