Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Malerei und Polaroids: Galerie Ahlers zeigt Werke der Künstlerin Annette Besgen
Nachrichten Kultur Regional Malerei und Polaroids: Galerie Ahlers zeigt Werke der Künstlerin Annette Besgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 30.04.2019
Annette Besgen im Gespräch mit Joseph Imorde bei der Ausstellungseröffnung. Quelle: Heller
Göttingen

 30 Polaroids und neun Leinwände umfasst die Ausstellung von Anette Besgen, die am Freitag in der Galerie Ahlers eröffnet wurde. Besonders die großformatigen Bilder (Öl auf Leinwand) beeindrucken durch ihre ausgeprägte Tiefenwirkung. Die Einführung übernahm der Kunsthistoriker Jospeh Imorde von der Universität Siegen.

Fokus auf dem Banalen, dem wenig Beachteten

Besgens Polaroids zeigen zum einen Alltägliches wie einen Gartenschlauch oder eine Sackkarre, zum anderen Momentaufnahmen von Besuchen am Meer oder auf dem Friedhof. Doch durch die oft ausgeblichenen Farben und die Perspektive, die Besgen wählt, erzeugen die Fotos eine Atmosphäre von Vergänglichkeit, Sehnsucht und längst vergangenen Tagen. So wie „Am Alex“, das auf den ersten Blick auch eine verwunschene Unterwasseraufnahme sein könnte. Für die Künstlerin seien die Polaroids fast wie ein Tagebuch, erzählt Galerist Oliver Ahlers. „Vor allem das Banale, das wenig Beachtete und scheinbar Nebensächliche offenbarte sich mir schon früh mit all seiner Magie und unaufdringlichen Anwesenheit“, schreibt Besgen auf ihrer Internetseite.

Spiel mit Licht und Schatten

18 mal 30 cm oder 220 mal 180 cm – auch wenn die Formate sich beträchtlich unterscheiden, gelingt Besgen in ihren Bildern ein eindrucksvoller Wechsel von Licht und Schatten und eine Tiefe, durch die einige wie „Cemitério dos Prazeres 8“ fast dreidimensional wirken.

„Das Becken, die Schatten, das Licht, die Dinge, der Raum werden in den Bildern nicht an sich zum Thema gemacht, sondern sie dienen der Malerei dazu, atmosphärische Orte zu schaffen“, beschrieb Imorde die Wirkung bei der Eröffnung. Man erkenne zum Beispiel den Teil eines Beckens mit spiegelnder Wasseroberfläche, sehe Reflexionen von Fenstern und glaube – an verschiedenen Stellen – Schatten von Gegenständen oder Personen ausmachen zu können. „Doch bleiben die funktionalen Zusammenhänge der in den Bildern erkennbaren Dinge oft vollständig im Dunkeln, eine Antwort auf das Wo und Warum des Bildgegenstandes wird absichtsvoll verweigert.“

Kunststudium in Siegen

Die Gemälde könnten als abstrahierende Allegorien aufgefasst werden, als geheimnisvolle Stimmungsbilder im besten Sinne des Wortes, die einen deshalb gefangen nehmen, weil sie einen nicht nur verwunderten, sondern man sich durch sie unwillkürlich auf selbst durchlebte atmosphärische Erfahrungen verwiesen finde. Das ist es auch, was Ahlers an den Bildern so reizt, dass sie Dinge wie Gartenzäune oder Räume, die man jeden Tag sieht, abstrahieren, und man sie so neu betrachtet, ergänzt er.

Annette Besgen Quelle: Heller

Besgen wurde 1958 geboren. Ihr Kunststudium mit dem Schwerpunkt Malerei absolvierte sie an der Universität Siegen. Es folgten diverse Stipendien, welche ihr unter anderem einen Aufenthalt in der Cité Internationale des Arts in Paris ermöglichten sowie die Teilnahme am International Studio Program in New York City. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsaufenthalte im Ausland sowie ein Lehrauftrag im Fach Kunst an der Universität Paderborn. Ihre Werke werden regelmäßig in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. „Meine Bilder schwanken zwischen subtiler Monochromie und entgegengesetzter Farbigkeit, zwischen harten Flächen und saugenden Tiefen, zwischen Licht und Schatten, Konfrontation und Meditation, zwischen Zeitmoment und Zeitlosigkeit“, erklärt sie.

Von Nora Garben

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Mühlfeld Trio spielt am Sonntag, 5. Mai, bei „Kultur ohne Gleichen“. Die nordrhein-westfälische Formation aus Cello, Klarinette und Klavier trägt Kammermusik in Rittmarshausen vor.

30.04.2019
Regional Literarisches Zentrum Göttingen - Von Gregor Gysi bis Erica Fischer

Das Literarische Zentrum in Göttingen hat sein Sommerprogramm veröffentlicht. Vom 3. Mai bis zum 27. Juni stehen eine Vielzahl Veranstaltungen auf dem abwechslungsreichen Programm.

29.04.2019

Unter dem Motto „Heroes“ steht die Nacht der Filmmusik des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO). Der Göttinger Violinist Wojtek Bolimowski, zweiter Konzertmeister des GSO, hat dafür zwei Stücke arrangiert.

30.04.2019