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Regional Nebenzimmerkomödie der „Stillen Hunde“
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17:00 15.08.2019
Brüder im Geiste: Christoph Huber (links) und Stefan Dehler. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Die ganze Familie ist zur Hochzeit gekommen. Der Bräutigam ist Anfang 50, die Braut erst Ende 20. Der künftige Gatte und sein Bruder, gespielt von Christoph Huber und Stefan Dehler, treffen vor der Zeremonie in Nebenzimmer aufeinander. Einer hatte sich verdrückt, der anderen ihn gesucht. Sie beginnen, über die Familie zu reden, „ein Wort gibt das andere“, sagt Dehler. Gemeinsam mit seinem „Stille Hunde“-Kollegen hat er die Ideen für den Plot gesammelt. Geschrieben hat er es alleine.

Etwa 40 Minuten dauert das erste Gespräch, erklärt Dehler. Ein zweites wird nach der Trauungszeremonie folgen, auch etwa 40 Minuten lang, „alles in Echtzeit“.

Verantwortung für die Eltern übernehmen

Die Idee zu dem Stück hätten sie schon länger gehabt, sagt Dehler. Doch einige Fragen seien ungeklärt gewesen, beispielsweise die der Erzählperspektive. Oder die Frage, welche Figuren auf der Bühne stehen sollten. Unklar sei lange auch gewesen, wie ergiebig das Thema sei, erläutert Dehler, vor der Gründung der „Stillen Hunde“ Chefdramaturg am Deutschen Theater Göttingen, wo Huber für den Kinder- und Jugendbereich engagiert war.

Herausgekommen ist jetzt eine Geschichte über „zwei Männer, die eine gemeinsame Geschichte haben“, sagt Huber, ihre Familiengeschichte. Zwei Männer, die beispielsweise das Verhalten der Mutter ihnen gegenüber ganz unterschiedlich einschätzen. Es gehe um Vorkommnisse, „die man vor 20 Jahren hätte ansprechen sollen“. Doch irgendwie habe es nie gepasst. Dann also mit Mitte 40 bis Anfang 50 – in einem Alter, in dem die inzwischen erwachsenen Kinder vielleicht schon Verantwortung für ihre Eltern übernehmen müssen.

Erfolgreicher Schädlingsbekämpfer

Der Vater der Brüder besaß eine Autowerkstatt, eine Vertragswerkstatt, die er an den einen Sohn übergeben hat. Der allerdings hat sein Jurastudium geschmissen, versteht wenig vom Reparieren von Autos und verkauft die Werkstatt. Mehr schlecht als recht lebt er vom Gebrauchtwagenhandel. Sein Bruder hingegen führt sein eigenes Geschäft, das „super läuft“, sagt Huber. Allerdings sei der Job wenig repräsentabel. Er ist Schädlingsbekämpfer.

Eine fertige Fassung habe es bereits gegeben, sagt Dehler. Sie lag zu lange. „Wir brachen ein paar Steine aus dem Mäuerchen, bauten aber etwas ganz Neues.“ Den Sommer über schrieb Dehler an dem Stück, „ich habe viel für den Papierkorb produziert“, erklärt Dehler lachend. Doch jetzt steht eine Version, die Huber und Dehler proben.

„Zurückhaltenden Humor“

Herausgekommen sei „kein experimentelles Format“. Dehler bescheinigt dem Text einen „zurückhaltenden Humor, dem Alltag abgeschaut“. Das entspricht den bisherigen Produktionen der „Stillen Hunde“. Allerdings soll es diesmal keine der bewährten szenischen Lesungen werden wie die frühere, sehr erfolgreiche Produktionen „Schwalbe, du Mädchen“. „Wir spielen das“, sagt Huber voller Tatendrang. Vor allem im Apex wird „Marzipanschweine“ auf dem Spielplan stehen. Dehler ergänzt: „Wir wollten für das Apex einen anderen Stempel, weil wir dort nicht so oft auftreten.“

Der Titel des Stücks – „Marzipanschweine“ – klingt ein wenig kryptisch. Doch die beiden Schauspieler geben schon ein wenig preis. Ursprünglich sollten echte Marzipanschweine mitspielen, jetzt heißt ein Hochzeitslikör so. Aber die Probenzeit bis zur Uraufführung ist ja noch lang.

Ein Epilog dazu?

Ob es einen Epilog geben wird, ein drittes Gespräch der Brüder ein Jahr nach dem Tag des Familienfestes wollen Dehler und Huber übrigens erst im Laufe der Proben entscheiden. Möglich wäre es.

Die Uraufführung

Die Produktion „Marzipanschweine“ der „Stillen Hunde“ kommt am Sonnabend, 31. August, zum ersten Mal auf die Bühne im Apex, Burgstraße 46 in Göttingen. Die Vorstellung beginnt um 20.15 Uhr. Auch ein zweiter Aufführungstermin steht bereits fest. Die Schauspieler Christoph Huber und Stefan Dehler treten mit „Marzipanschweine“ auch am Sonnabend, 14. September, auf. Auch dieser Abend beginnt um 20.15 Uhr. Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro jeweils mit Vorverkaufsgebühr zusätzlich. Studenten haben mit dem Kulturticket an der Abendkasse freien Eintritt. Eintrittskarten können im Apex unter Telefon 0551/46886 reserviert werden. pek

Von Peter Krüger-Lenz

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