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Regional Matthias Wagemann und sein Jazztrio
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06:18 25.03.2012
Matthias Wagemann: „Jeder Auftritt ist der absolute Adrenalin-Schub.“
Matthias Wagemann: „Jeder Auftritt ist der absolute Adrenalin-Schub.“ Quelle: Pförtner
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Göttingen/Hannover

Wer sich mit dem jungen Posaunisten unterhält, spürt schnell: Der Göttinger meint es ernst, er geht zielstrebig diesen Weg. In Hamburg studiert er Jazzposaune, spielt in mehreren Jazzbands, tourt international und heimst bereits Musikpreise ein.

Bei Matthias Wagemann läuft es zurzeit gut im Leben. „Als Musiker wollte ich immer kreativ sein, es hat mir nie gereicht, Musik nachzuspielen – ich wollte was Eigenes ausprobieren.“ Das lebt er aus. Im bundesweit aktiven Kammerjazz-Trio „Tritonüsse“ zeigt er seine verträumte Seite, in der Göttinger Formation „What the Funk“ lässt er seiner Lebensfreude freien Lauf.

Sein Vorbild

Doch sein größtes Projekt läuft derzeit in Hamburg: das Studium an der Hochschule für Musik und Theater. Sein Professor ist der bekannte Posaunist Nils Landgren, er ist zugleich auch sein Vorbild.

Der Göttinger Nachwuchsmusiker hat eine beeindruckende Vergangenheit. Als Sohn des inzwischen pensionierten Posaunisten Heinrich Wagemann vom Göttinger Symphonie Orchester erhält er ab dem sechsten Lebensjahr Unterricht für Trompete und Piano. Mit zwölf wechselt er zur Posaune. „Auf diesem Instrument kann Posaunist man alles spielen, Klassik, Pop und Jazz. Der faszinierend warme Klang eignet sich wunderbar für Balladen.“

Als Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium steigt er bei der Bigband „Jazzaholics“ ein, spielt mit dem deutsch-polnischen Jazzorchester und der Uni-Bigband „XYjazZ“. Als 16-Jähriger tourt er mit dem Landesjugend-Jazzorchester „Wind Machine“ durch Europa. Mit 17 ist er Jungstudent an der Musikhochschule Hannover. Bei „Wind Maschine“ startet 2010 die Geschichte seines unkonventionellen Trios „Tritonüsse“: Hier begegnet er der Sängerin Katharina Knaus und dem Vibrafonisten Henning Brungs.

"Jugend jazzt"

Wagemann zum Konzept des Trios: „Wir spielen kammermusikalisch, träumerisch mit weichen Sounds und verbinden Jazz mit Klassik und Weltmusik.“ Mit Erfolg: Das unkonventionelle Trio gewinnt den Landeswettbewerb von „Jugend jazzt“ und den Mentorenpreis vom Bundeswettbewerb.

Der kommunikative und gut gelaunte Musiker ist kein Purist, eher das Gegenteil. An der Hochschule lässt er sich derzeit von den Dozenten in Popmusik unterrichten, bei denen sich schon Bands wie „Seeed“ oder „Wir sind Helden“ gegründet haben. Mit diesem neuen Know-how initiiert er gerade in Hamburg eine elfköpfige Band. „Sie hat noch keinen Namen, die Musik geht in die Richtung von Peter Fox und soll professionell aufgezogen werden.“

Wunderbarer Beruf

Matthias Wagemann fühlt sich in Göttingen zu Hause. Er liebt es, hier auf der Bühne zu stehen, Posaune zu spielen und zu singen: „Es ist eine riesige Freude zu merken, wie das Publikum auf eigene Stücke reagiert. Jeder Auftritt ist der absolute Adrenalin-Schub.“ Er weiß, was auf ihn als Berufs­musiker zukommt. „Es wird hart, man muss sich total engagieren, ist für alles verantwortlich und muss sich ständig um Auftritte kümmern.“ Doch das schreckt den bekennenden Optimisten keine Sekunde: „Berufsmusiker zu sein ist ein wunderbarer Beruf.“ Man glaubt es ihm sofort.

Von Udo Hinz