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Regional Matze Rossi und Komparse begeistern im Jungen Theater Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Matze Rossi und Komparse begeistern im Jungen Theater Göttingen
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16:46 04.12.2019
TV Noir-Tour: Matze Rossi beim Konzert im Jungen Theater Göttingen Quelle: Linhoff
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Göttingen

Bisweilen geht TV Noir auf Reisen und war im Rahmen einer Deutschlandtour auch im nahezu ausverkauften Jungen Theater zu Gast. Beim Einlass gab es allerdings die Hiobsbotschaft, dass Tex wegen einer Kehlkopfentzündung nicht auftreten könne. Für ihn sprang kurzfristig der Kölner Singer-Songwriter Komparse alias Bodo von Zitzewitz ein. Er könne es noch gar nicht fassen, dass er hier sei, morgens um 11 Uhr habe ihn der überraschende Anruf in Köln ereilt.

TV Noir gibt es schon seit 2008. Von Tex Drieschner entwickelt und auch moderiert, läuft es als Talk- und Musikshow unplugged vorwiegend mit zwei Künstlern aus der Singer-Songwriter-Szene einmal monatlich live im „Heimathafen“ in Berlin-Neukölln und wird, nomen est omen, in schwarz-weiß produziert. Die Aufzeichnungen werden dann per Internet unter anderem als YouTube-Videos verbreitet und sind jeden zweiten und dritten Freitag im Monat auf dem Fernsehsender ZDF Kultur zu sehen.

Zwei Musiker, ein Sofa plus Publikum – so läuft es bei den TV Noir-Shows. Beide Künstler betreten gemeinsam die Bühne. Im stetem Wechsel auftretend, setzt sich einer der beiden aufs Sofa und hört dem anderen zu. Letztlich gehe es darum, sich mit den Stücken zu umarmen, führt Matze Rossi den Abend schmunzelnd ein.

Komparse und Rossi kennen sich bereits länger

Der Ruhrpottler Komparse und der in Mainz geborene Rossi kennen sich schon etwas länger. Letzterer ist mit amerikanischem Punkrock aufgewachsen und hat lange Zeit in der Punk-Rock-Band Tagtraum gespielt. Der sympathische Künstler ist ein humoriger Erzähler und offenbar mit unbändiger Energie gesegnet. Während Komparse eher für den melancholischen Teil zuständig ist, bricht aus Rossi immer wieder der Punker raus.

Er habe vor dem Konzert den Kiosk in der Gartenstraße Ecke Angerstraße aufgesucht, so Komparse, und der Inhaber habe ihm erzählt, dass er nach 28 Jahren schließen müsse. So widmet er seinen ersten Song „Wilson wo bist du?“ dem Finanzamt. Fliegender Wechsel, und Rossi kommt erst mal ins Plaudern. Sie hätten gerade Bergfest auf der Tour in Bremen gehabt, wo es Tex dann leider zerrissen habe.

„Erzähl mir nix“, habe er zu seinem 40. Geburtstag geschrieben. Das Publikum geht lautstark mit, wenn er mit angerauter Stimme „Lass den Horizont dein Zuhause sein, du bist hier nicht gefangen...“ anstimmt, bevor er mit „Kein Zweifel und Bedauern“ ein Jobkündigungslied folgen lässt.

Komparse begegnet in einem gleichnamigen Song der Inderin „Maya“, mit der er wenigstens per Skype einmal essen möchte, die aber eher auf Geschäftstypen stand. In Mexiko hat er eine Österreicherin kennengelernt und sie zweimal in „Bregenz“, so das Lied, wiedergetroffen, wo aber sie und alle anderen Menschen merkwürdig waren. Zu dem Stück setzt er in der Küche aufgenommene Perkussion ein. Der politische Rossi kommt in „Milliarden“ im Anschluss mit Wut und Wucht, und auf Wunsch aus dem Publikum spielt er sein altes Stück „Holzschwerter“.

Unterhaltsam und humorvoll geht es durch den Abend

So geht es unterhaltsam und humorvoll im steten Wechsel durch den Abend, und die beiden Künstler offenbaren im Zwiegespräch das eine oder andere zur eigenen Person. „Du bist Musiker, und ich bin Punkrocker“, ruft Rossi Komparse augenzwinkernd zu. Das trifft den Charakter beider Auftritte wie den berühmten Nagel auf den Kopf.

Nach lautem, langandauerndem Applaus holt Rossi zu „Best Friends“ für einen Freund, der vor sechs Jahren an Krebs gestorben sei, tatsächlich alle Besucher auf die Bühne und lässt so den Abend mit einem beeindruckenden Chor zu „All for one and one for all“ ausklingen.

Von Jörg Linnhoff

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