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18:16 29.03.2017
Lässt den Kosmonauten Juri sprechen: Fabian Schütze als „Me and Oceans“ auf der Bühne im Nörgelbuff. Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

„Me And Oceans - „MIR - Briefe an Juri“ ertönt eine Stimme zu sphärischen Klängen aus den Boxen. Willkommen auf der russischen Weltraumstation MIR, die im Jahre 1988 als Mikrokosmos durch das Weltall treibt und an diesem Abend Zentrum des Geschehens ist. In die aufwendig gestaltete Hörspiel-Atmosphäre hat Schütze auch eigens dafür komponierte Lieder eingebettet.

Das Publikum wird schon vor dem Event mittels im ganzen Raum verteilter Karten auf das Geschehen vorbereitet, verbunden mit der Bitte, „etwaiges Wohlgefallen erst am Ende des Stückes in einer Form seiner Wahl auszudrücken, denn die Lage sei angespannt“.

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Die Bühne ist im Hintergrund von einem mit Sternen und Himmelskörpern verzierten Vorhang umhüllt. Auf der Bühne ist im Halbdunkeln ganz viel Technik zu sehen, die im Laufe des Abends, von Schütze live bedient, zu wechselnden Licht- und Toneffekten benutzt wird.

Der rege Briefaustausch des Kosmonauten Juri Wolkow mit Kontaktpersonen auf der Erde wird von einer Stimme aus dem Off in gebrochenem Deutsch vorgelesen. Fotos und Briefe, von Schütze alias Wolkow live geöffnet und per Beamer auf eine Leinwand projiziert, übermitteln Gedanken und Sorgen der Freunde Wolkows.

Das Publikum wird Teil dieser Reise und Gedankenwelt und erfährt nebenbei noch Fragmente authentischen Zeitgeschehens. Wolkow hat drei Leidenschaften. Eine davon ist Tischtennis. So berichtet ihm ein Freund vom Viertel-Finale der Olympischen Spiele zwischen dem Schweden Waldner und dem Südkoreaner Kim Ki-Taek.

Das Ganze ist atmosphärisch dicht und visuell kurzweilig mit historischen Fotos und akustischen Effekten unterlegt. Die vorproduzierten, knackigen, elektronischen, aber sehr organisch klingenden deutschsprachigen Lieder werden von Schütze live gesungen. Und zum 42. Geburtstag von Wolkow gibt es Wodka zum Anstoßen.

Die zwei anderen Leidenschaften Wolkows werden mit einem Lied von Chris Rea und Zitaten von Peter dem Großen in den Zugaben gewürdigt.

Göttingen war der Tour-Auftakt. Hier wurde der geniale Gedanke, ebenso genial umgesetzt, am Ende mit großem Wohlgefallen bedacht.

Die nächsten Aufführungen in Dresden und Leipzig sind nahezu ausverkauft. Das ganze Musik-Hörspiel gibt es auch auf einer CD mit einem grafisch aufwendig gestalteten Buch und allen verwendeten Texten und Fotos.