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Regional Mehr als zwei Stunden Ska aus Mittelamerika
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17:29 10.09.2009
Bekannt für politischen Idealismus: Sänger Dr. Shenka und seine Bandkollegen.
Bekannt für politischen Idealismus: Sänger Dr. Shenka und seine Bandkollegen. Quelle: Theodoro da Silva
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Obwohl die spanischen Texte nicht von allen verstanden wurden, animierten die Musiker die Zuschauer zum Tanzen bis in die letzten Reihen. Die mit Blasinstrumenten und Percussions aufgepeppten Rhythmen brachten die Menge im wahrsten Sinne des Wortes zum Kochen. Zur Abkühlung reichte die Band zwischendurch einige Becher Bier ins Publikum und Sänger Dr. Shenka stieß mit einem „salud“ mit den Fans an. Mit englischen Einspielungen bekannter Songs, wie „Hands up, baby hands up“ sorgten Panteón Rococó für erhobene, klatschende Hände im ganzen Saal.

Mit Tango in die nächste Runde

Nach mehr als eineinhalb Stunden wilder Show verließ die Band kurzzeitig die Bühne, um anschließend, den Zugabe-Rufen folgend, mit Tangorhythmen die nächste Runde einzuläuten. Es folgten wieder schnellere, politische Songs, die Dr. Shenka mit dem Aufruf „Resistencia!“ („Widerstand!“) ankündigte. Für ihren politischen Idealismus sind die Musiker bekannt.

Im Jahr 1995 wählten fünf junge Männer als „Panteón Rococó“ die Musik, um auf die Missstände in Mexiko aufmerksam zu machen. Zwei Jahre darauf nahmen sie ihre erste Produktion auf und feierten große Erfolge in der Hauptstadt. Das Debütalbum „A la lzquierda de la Tierra“ folgte im Jahr 1999, gleichzeitig erweiterte sich die Band um Percussions und Bläser. Der Erfolg wuchs, auch im Ausland. Im Jahr 2000 tourten „Panteón Rococó“ erstmals durch Deutschland. Das zweite Album erhielt den Titel „Compañeros musicales“, der der Band für ihre Bekennung zur EZLN (Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung) von dieser zuteil wurde und die Solidarität mit dem Kampf gegen die Unterdrückung der indigenen Bevölkerung in der Chiapas Region ausdrückt.

„Panteón Rococó“ sehen sich aber nicht ausschließlich als politische Band, sondern singen auch über den Alltag und die Liebe. Heute sind sie eine feste Größe der mexikanischen Rocklandschaft. Im Jahr 2008 erschien bereits das fünfte Album „Panteón Rococó“, mit dem sie derzeit durch Europa touren und bereits als Vorband von „Die Ärzte“ auftraten. Nun stellten sie das Album in der Musa – wo sie bereits im Jahr 2005 zu Gast waren – einem begeisterten Publikum vor und sorgten damit für einen gelungenen, durchtanzten Abend.

Von Noreen Hirschfeld

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