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Regional Menschen zum gemeinsamen Gespräch führen
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17:40 15.09.2011
Herta Müller Quelle: Pförtner
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Mit dem Preis, der zum 16. Mal von den Partnerstädten Thorn (Torun) in Polen und Göttingen vergeben wird, werden „Autoren ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen“, wie es im Statut des Preises heißt. Der Preis kann Autoren zuerkannt werden, die auf den Feldern Lyrik, Prosa, Drama, Essayistik im umfassenden Sinn, Literaturkritik, Publizistik, Übersetzung und Edition Hervorragendes geleistet haben.

Der Jury gehören je vier polnische und deutsche Mitglieder an, die von der jeweiligen Stadt für vier Jahre berufen werden. Aktuell gehören der Jury von polnischer Seite der Lyriker Krzysztof Cwiklinski, der Pädagoge Aleksander Nalaskowski, der Germanist Leszek Zylinski und Michał Stankiewicz als Vertreter des Thorner Stadtpräsidenten an. Göttingen hat die Germanistin Claudia Stockinger-Martus, den Slawisten Matthias Freise, den Publizisten Heinz-Ludwig Arnold und die Kultur- und Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck in die Jury entsandt.

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Verliehen wird der Preis, der mit je 5000 Euro dotiert ist, im jährlichen Wechsel in den Partnerstädten. Die diesjährige Preisverleihung ist am 23. Oktober in Thorn angesetzt.

Herta Müller

Wieslaw Mysliwski

wurde 1953 im rumänischen Nitzkydorf geboren. Ihre Familie gehörte zur deutschen Minderheit in Rumänien. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik und stand den Autoren der Aktionsgruppe Banat nahe. Nach deren Zerschlagung durch die Securitate wurde sie entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst zu arbeiten. Ihr Buch „Niederungen“ wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht, 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. 1987 übersiedelte Herta Müller nach Deutschland, ist seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und erhielt 2009 den Nobelpreis für Literatur. Werke (Auswahl):
  • Niederungen. Prosa. Bukarest (1982), Berlin (1984)
  • Herztier (1994)
  • Heimat ist das, was gesprochen wird (2001)
  • Atemschaukel (2009)
  • Cristina (2009)
wurde 1932 bei Dwikozy bei Sandomierz geboren. Er zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Polens. Nach dem Studium arbeitete er als Redakteur, Herausgeber und Chefredakteur beim Verlag Ludowa Spóldzielna Wydawnicza, von 1975 bis 1999 als Chefredakteur der Vierteljahresschrift Regiony und leitete dazu von 1993 bis 1999 die Zeitschrift Sycyna. Von 1971 bis 1983 war er Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes. Im Jahr 1967 erschien sein erster Roman „Nagi sad“ (Der nackte Garten). Ausgezeichnet wurde er zweimal mit dem Orden Polonia Restitua, zweimal mit dem Preis „Nike“ sowie 2007 mit dem Literaturpreis Gdynia. Werke (Auswahl):
  • Nagi Sad (1967)
  • Klucznik, Drama (1978)
  • Droga, Drehbuch (1981)
  • Widnokrag (Der helle Horizont) (1996)
  • Traktat o łuskaniu fasoli (2006)

Von Michael Schäfer