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18:18 22.07.2011
Wilde Party: die Musiker von Karamelo Santo mit tanzfreudigen Besuchern.
Wilde Party: die Musiker von Karamelo Santo mit tanzfreudigen Besuchern. Quelle: Vetter
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Vom ersten Song an haben Karamelo Santo das bunt gemischte Publikum voll im Griff – die Fans tanzen, pogen oder wippen zumindest mit dem Bein im Takt. Die ersten 20 Minuten spielen die Musiker ohne Atempause ein Lied direkt nach dem anderen, um das Publikum gleich in die richtige Stimmung zu versetzen. Die zwei Sänger Pedro Piro Rosafa und Gody Corominas bilden zwar den Mittelpunkt der Show, lassen aber den anderen Musikern genug Raum, um sich zu präsentieren. Vor allem der Saxofonist und der Trompeter, die für den typischen Ska-Sound sorgen, fesseln das Publikum mit ihren Solokünsten.

Die Musiker von Karamelo Santo stammen überwiegend aus Mondeza. 1993 gründeten sie die Band und brachten zwei Jahre später ihr Debütalbum „La Kulebra“ auf den Markt. Das aktuelle Album „Antena Pachamama“ erschien 2007. Pachamama bedeutet „Mutter Erde“ und ist in der lateinamerikanischen Kultur gleichzeitig als Symbol für sozialen Widerstand zu verstehen. 2009 veröffentlichte die Gruppe, die mittlerweile zu den bekanntesten Latin-Ska-Bands gehört, außerdem ein Live-Album.

Die Botschaften der Argentinier sind oftmals politisch motiviert, wie beispielsweise die Songs „Guerillero“ oder „El alcatraz“. Die bereits zehnte Europatour steht unter dem Motto „Revolucion Pachamama“. Auch in der Musa, wo sie zum wiederholten Mal aufdrehten, widmen die Musiker „Mutter Erde“ ein Lied und bitten die Zuhörer sich dafür zu setzen. Der ganze Saal lauscht auf dem Boden sitzend dem ruhigen, besinnlichen Song.

Die breite Bandbreite der Musiker lässt sich aber auch an den englischen Coversongs erkennen, mit denen sie das Publikum zum Mitsingen bewegen. Sei es eine Rocksteady-Version des Klassikers von Louis Armstrongs „What a wonderful world“ oder eine eigene Version des Songs „Should I stay or should I go“ der legendären Punkrockband The Clash.

Fast zwei Stunden sorgen die Musiker, die selbst genauso viel Spaß zu haben scheinen wie das Publikum, für eine ausgelassene Stimmung. Zum Abschluss holen sie sogar einige Fans auf die Bühne, um gemeinsam mit ihnen zu feiern.

Von Noreen Hirschfeld