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Regional Gedenken an Lemmy Kilmister
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00:18 01.01.2018
Motörhead Czech Republic Revival am zweiten Todestag von Lemmy Kilmister im Exil in Göttingen. Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

Los geht es mit eingängigem Groovemetal von Nord. Die Band besteht seit zwei Jahren. „Wir Gitarristen kennen uns schon seit zehn Jahren“, sagt Tobias Giese, der gemeinsam mit Martin Salten die Sechsaiter bedient. Die dicken Bänder zupft Daniel Schmeister. Schlagzeuger Yannick Schmitz und Sänger Emanuel Wallat sind 2015 dazugestoßen. Wallat ist der Paradiesvogel des Abends. Mit Kapuzenumhang kommt er auf die Bühne. Der fliegt nach kurzer Zeit. Patronengurt und Nieten stehen im Gegensatz zum glitzernden Kopfschmuck. Nicht nur optisch zeigt der Sänger eine starke Präsenz auf der Bühne. Anders als die folgenden Bands spielen Nord eigene Songs. Die deutschen Texte handeln meist von Liebe, Tod und Horror – auch mal visuell unterstützt mit Plastikmesser und Kunstblut. Ein gelungener Einstieg in den Abend.

Nord im Exil Quelle: Rüdiger Franke

Bei Iron Motörpriest geht das Publikum von Beginn an mit. Die Band entstand aus einer „bekloppten Idee“, wie Sänger und Gitarrist Jan Finkhäuser erzählt. Seit drei oder vier Woche gebe es die Band, ergänzt Bassist Walter Geyer. „Die Idee dazu gab es schon länger. Zu meinem Geburtstag haben wir erstmals einige Songs gespielt“, sagt Finkenhäuser. Dreimal hätten die beiden danach mit Levent Burggraef und Mikey Lawless geprobt. Neun Songs sind dabei rausgekommen, alles Klassiker. Priests „Breaking the Law“ und Maidens „The Trooper“ bekamen dabei Gesellschaft von unter anderem „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones, Billy Idols „White Wedding“ und „Paranoid“ von Black Sabbath. Den „Motör“-Teil hätten sie diesmal bewusst ausgelassen.

Iron Motörpriest im Exil Quelle: Rüdiger Franke

Der „Motör“-Teil kommt anschließend von Motörhead Czech Republic Revival. „Love me like a Reptile“ vom „Ace-of-Spades“-Album macht den Anfang. Dann der Satz, den alle Lemmy-Fans kennen: „We are Motörhead and we play Rock’n’Roll“.

Am zweiten Todestag von Motörhead-Ikone Lemmy Kilmister haben Nord, Iron Motörpriest und Motörhead Czech Republic Revival im Göttinger Exil gespielt.

Insgesamt 22 Songs haben die drei Tschechen im Gepäck, darunter die vielen Klassiker der Band, aber auch einige, die Motörhead bei ihren letzten Konzerten nicht mehr im Programm hatte – darunter „Broken“, „Killers“ oder „I’m the Sword“. Auch der Lieblingssong des 65-jährigen Bandleaders und Gitarristen Tonny Valicsek ist dabei: „In the Name of Tragedy“. Schlagzeuger Daniel Krulík nennt aus alter Punkmusik-Verbundenheit das Sex-Pistols-Cover „God save the Queen“ und das Stück „R.A.M.O.N.E.S.“ vom „1916“-Album als seine Favoriten, die ebenfalls auf der Setlist stehen. Optisch kopiert das Trio das Original möglichst genau – von Lemmys Rickenbacker über dessen Hut und Bart bis zu Phil Campbells Gitarrengurten ist alles dabei. Schlagzeuger Daniel Krulík spielt mit Mickey-Dee-Perücke. Stimmlich belässt es Petr Isakidis in der Rolle von Lemmy bei seiner eigenen rauen Stimme und versucht im Gegensatz zu vielen anderen Revivalbands nicht krampfhaft wie das Original zu klingen.

Motörhead Czech Republic Revival am zweiten Todestag von Lemmy Kilmister im Exil in Göttingen. Quelle: Rüdiger Franke

Gitarrist Tonny hat Motörhead 2006 bei Masters-of-Rock-Festival in Tschechien getroffen. Bereits zehn Jahre vorher hatte er eine Begegnung mit Lemmy. Das sei während der „Overnight-Sensation“-Tour gewesen. „Lemmy saß im Slavia Estadium in Prag auf einem Stuhl und hat Jack&Coke getrunken“, sagt er. Als der Motörhead-Frontman ihn gesehen habe, habe dieser auf ihn gezeigt und gefragt: „Who is that?“ Mittlerweile ein Rentner, der immer noch mit den Songs seiner Idole auf Tour geht. „Bomber“, „Iron Fist“, „Killed by Death“ „Orgasmatron“ und „Ace of Spades“ sind ein Muss. Der lange Abend im Gedenken an eine Rock’n’Roll-Legende geht dann ganz klassisch mit „Overkill“ zu Ende.

Motörhead Czech Republic Revival am zweiten Todestag von Lemmy Kilmister im Exil in Göttingen. Quelle: Rüdiger Franke

Von Rüdiger Franke

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