Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Mozart-Requiem in der Nikolaikirche
Nachrichten Kultur Regional Mozart-Requiem in der Nikolaikirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:32 29.01.2017
Quelle: NR
Anzeige
Göttingen

Premiere war am Sonnabend in der fast ausverkauften Nikolaikirche. Beteiligt waren Universitätschor und Universitätsorchester sowie die Gesangssolisten Theresa Sommer (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), Florian Lohmann (Tenor), der kurzfristig für den erkrankten Sebastian Franz eingesprungen war, und Yannick Spanier (Bass). Helm wählte für seine Aufführung die „alte“ Komplettierung des unvollendet überlieferten Werkes mit den Ergänzungen der Mozart-Zeitgenossen Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr. In seinem Gestaltungsansatz legte er besonderes Gewicht auf die Würde dieser Musik, die existenzielle Themen anspricht.

Eine zweite Aufführung ist am Sonntag, 29. Januar, um 20 Uhr in der Nikolaikirche, Nikolaikirchhof 1, angesetzt. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Die Choristen und Instrumentalisten bewältigten ihre umfangreichen Aufgaben mit viel Enthusiasmus und Einsatzfreude. Dass Nicht-Profis hier und da vielleicht übereifrig zu früh einsetzen, dass auch die Intonation nicht immer lupenrein ist, kann man getrost übergehen: Für Perfektion sind andere da. Viel wichtiger ist, mit welchem Ernst sie alle bei der Sache waren, wie erfolgreich sie sich um angemessene Gestaltung bemühten. Das verdient hohe Anerkennung.

Anzeige

Zwei Dinge allerdings ließen sich wohl doch noch verbessern. Zum einen hinkten nicht selten die Choristen dem Orchester ein kleines Stück hinterher, weil sie nicht exakt dem Schlag des Dirigenten folgten. Und zum anderen sollten sich die Orchestermusiker an leiseren Stellen stärker zurücknehmen, denn oft verdeckten sie den durchaus kräftigen, homogenen Chorklang mit allzu forschem Zugriff. Und wenn eine Passage tatsächlich piano gespielt wurde, wirkte das bisweilen eher zaghaft als zart.

Den Solisten stellt Mozart reiche Aufgaben, vor allem in Quartettbesetzung. Theresa Sommer könnte mit ihrem meist klangschönen Sopran ihre melodischen Linien vielleicht mit etwas weniger Druck gestalten und die Akzente vor allem für die sinntragenden Worte aufsparen. Anna Bineta Biouf sang ihre Partie mit warmer Fülle, während Florian Lohmann hier und da ein etwas scharfes Timbre präsentierte. Bei Yannick Spaniers Bass vermag besonders das tiefe, sonore Register zu überzeugen.

Eingeleitet wurde der Abend mit Schuberts „Unvollendeter“, die das Orchester unter Helm mit viel Ausdruck und Wärme darbot. Reichlich Beifall.

Von Michael Schäfer