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Regional Musikalische Stilbrüche und Theater
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21:26 27.11.2009
Trittleiter als Flugzeug, Musik im Rücken: das „Orchester im Treppenhaus“ in der Alten Fechthalle. Quelle: Mischke
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Ziel ist es vielmehr, jungen Leuten klassische Musik nahezubringen, ohne sie durch einen allzu steifen Rahmen zu verschrecken. Dabei steht die klassische Musik aber weiterhin im Mittelpunkt, wird jedoch durch Melodien und Lieder aus dem Unterhaltungsgenre ergänzt. Zudem werden die thematisch zusammengefassten Stücke durch kurze Schauspieleinlagen aufgelockert. Dirigent Thomas Posth fungiert als Moderator des Ganzen. Er hat das Orchester, dass aus Studierenden und Absolventen der Abteilungen Künstlerische Ausbildung der Hochschule für Musik und Theater Hannover besteht, 2006 gegründet.
Die 29 Musiker selbst spielen in legerer Kleidung. Motto des Abends ist „Ready for Takeoff,“ also der Satz, den Piloten kurz vor dem Start eines Flugzeugs sagen. Und um dieses Thema drehen sich Musik und Schauspiel in den nächsten zwei Stunden. Mithilfe einer Klappleiter und weniger Accessoires stellen die Schauspieler Katharina Kieslinger und Benjamin Jorns Situationen aus den Transatlantikflügen Charles Lindberghs (1927) und Beryl Markhams (1936) nach. So wird mit einem Bettlaken eben mal ein Schneesturm simuliert. Das sieht oft gefährlich aus, doch die fragile Trittleiter übersteht das Spiel so gut wie die Flugzeuge der dargestellten Personen.

Einsatz der Marimba

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Das dramatische Geschehen während der Flüge passt perfekt zur ausgewählten Musik – und andersherum. Auf dem Programm stehen Ludwig von Beethovens Symphonie Nr. 4 neben Ennio Morricones Filmmusik „Face to Face“. Und zu Orchesterbegleitung singen die Schauspieler durch ein Megaphon das Lied „Im Flugzeug“ der Kölner A-cappella-Band „Wise Guys“. Das Publikum goutiert derartige Stilbrüche mit fröhlichem Lachen.

Nach der Pause folgt unter anderem Nikolai Rimsky-Korsakows „Hummelflug“ und damit das musikalische Glanzlicht auf der Bühne: Das Orchester wird begleitet von einer Marimba. In jeder Hand zwei Schlagklöppel haltend, spielt Deborah Hildebrandt dieses Instrument, das an ein überdimensional großes Holzxylophon erinnert, mit einer Hingabe, die das Publikum vollends begeistert. Nach der geglückten Landung des Orchesters ist der Applaus für alle Beteiligten groß. Schade nur, dass die Anzahl der Zuschauer nicht höher war als die der Musiker. Denn wie Musik derartig lebendig dargestellt wird, muss man gesehen haben.

Von Corinna Berghahn

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