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Regional Rasante Musikshow „Personal Jesus“ im JT
Nachrichten Kultur Regional Rasante Musikshow „Personal Jesus“ im JT
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00:18 22.01.2019
Katharina Brehl singt Madonnas „Like a Prayer“. Quelle: Heise
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Göttingen

Personal Jesus ist bereits die dritte Musikshow, die das Junge Theater auf die Bühne bringt. Mit „Tausendmal berührt“ und „Satisfaction“ gelangen Fred Kerkmann (musikalische Leitung) und Tobias Sosinka (Inszenierung) Erfolgsproduktionen. Rund 4000 Besucher hatte Satisfaction im vergangenen Jahr. So soll es mit „Peronal Jesus“ nach dem Wunsch von Intendant Nico Dietrich weitergehen.

Ein großes Quadrat aus Stahlgerüsten, wie sie von den Festivalbühnen bekannt sind, steht in der Mitte der JT-Bühne, eine kleine silbrigschimmernde Rampe verläuft nach vorn, im Hintergrund ist die Band gerade noch zu erkennen. Schlicht geht es hier erst mal zu und mit einem kernigen, puren „Psychokiller“ von den Talking Heads, in dem Jan Reinartz den David Byrne gibt, startet die Show im ausverkauften JT.

Aus dem Vollen schöpfen

Nach Deutschrock (Tausendmal) und Geschichte des Rocks (Satisfaction) haben sich Sosinka, Kerkmann, seine Musiker und die fünf Schauspieler Katharina Brehl, Jacqueline Sophie Mendel, Andreas Krüger, Jan Reinartz und Karsten Zinser für „Personal Jesus“ von den 80er Jahren und ihrer Musik inspirieren und treiben lassen.

New Wave, minimalistischer Elektrobeat, Mega-Popstars wie Madonna und Michael Jackson, die Comebacks von Tina Turner und David Bowie, Gothic und die Anfänge des Rap und HipHop – Mangel an interessanter Musik und ihren Protagonisten bestand in diesem Jahrzehnt wahrlich nicht und so konnte das Team aus dem Vollem schöpfen. So ganz scharf ziehen sie die Jahrzehnt-Grenze dabei nicht, einiges aus den 70er und 90ern ist dabei. Kerkmann hat die Songs für Musiker und Schauspieler neu arrangiert.

Cool in Jeans und weißem Unterhemd kommt Zinser auf die Bühne und lässt sich zunächst von Brehl mit einer Gießkanne Wasser über die halblangen Haaren gießen. Mit „Wicked Game“ von Chris Isaak zeigt Zinser nicht nur seine ausdrucksstarke tiefe Stimme, auch der mit einem guten Teil Ironie versehene Auftritt als schmachtender, lassiver Sänger ist gelungen. Selbst-Inszenierungen, provokante Szenen und neue Ausdrucksmöglichkeiten durch die aufkommenden Musikvideos gehörten zu den 80ern.

Starkes Ensemble für Personal Jesus. Quelle: Heise

Brehl lässt dem ein stimmgewaltiges „Proud Mary“ voller Power folgen. Mit dem Song von Dolly Parton feierte Tina Turner ab den 70ern Erfolge. Krüger mit „Rebell Yell“ von Billy Idol und Mendel mit „ Boys don’t cry“ von The Cure führen den Reigen fort. Auch der Hard-Rock der 80er fehlt nicht, Krüger rockt mit „Highway to Hell“ das Haus. Zu den Highlights der Show gehören auch Madonnas „Like a Prayer“ und Whitney Houstons „I will always love you“ mit Brehl und Zinser als Marshall Mathers mit „Lose myself“.

Starkes Ensemble

Rasant geht es durch die Songs, die politische Seite der 80er-Jahre-Musik ist unter anderem mit „Bullet the Blue Sky“ von U2 gewürdigt. Vom Publikum begeistert bejubelt ist auch Zinsers Interpretation von „Sweet Dreams“ der Eurythmics. Zinser hat sich für seine Version von einem Cover des Songs von Marilyn Manson inspirieren lassen. Ein großes blinkendes Kreuz aus Traversen senkt sich während des Songs auf die Bühne, zum Ende hin erklimmt Zinser es entsprechend leidend. Spätestens an diesem Punkt ist das Publikum richtig in Fahrt.

Auf einen Moderator oder überleitende Videos haben die Macher bewusst verzichtet. Auswahl und Thema der Songs sprechen für sich. Das kann ein kleines Manko sein für diejenigen, die nicht so ganz sattelfest in der Musikgeschichte sind oder die Songs nicht mit eigenen Erinnerungen verbinden. Muss es aber nicht.

Ein starkes Ensemble, eine tolle Band, ausgefeiltes Licht (Heiner Wortberg, May Maybe, Pablo Salvador Castro) und Songs, die zu großen Teilen Kultstatus haben: diese Show ist ein großer, energiegeladener Spaß. Das restlos begeisterte Publikum erklatscht sich zwei Zugaben.

Info

Nächste Vorstellungen: Freitag, 26. Januar, Freitag, 1. Februar. Karten unter der Telefonnummer 0551/49 501-5 oder per Mail unter kasse@junges-theater.de

Von Christiane Böhm

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