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Regional Nanjing Folk Culture and Arts Troupe in Göttingen
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00:18 18.07.2013
Asiatische Tradition: Dong Jinming (links) mit der Erhu.
Asiatische Tradition: Dong Jinming (links) mit der Erhu. Quelle: Heller
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Göttingen

An dieser Universität lehrt der Musiker Dong Jinming, der mit der Nanjing Folk Culture and Arts Troupe auf Deutschland-Tournee ist. Im vergangenen Jahr war er mit der Jinling Dragon World Music Band beim Göttinger Jazzfest zu Gast. Die Reisegruppe aus Nanjing, die er anführt, umfasst 38 Personen. Zu ihnen gehören neben den Musikern viele Freizeitfotografen. Die Bilder, die sie auf ihrer Deutschlandreise fotografieren, sollen in den U-Bahn-Stationen Nanjings ausgestellt werden.

Spieler traditioneller chinesischer Instrumente

Zu Beginn versammelten sich auf dem Podium drei Geiger, eine Flötistin, ein Saxofonist sowie vier Schlagzeuger, dazu vier Spieler traditioneller chinesischer Instrumente: drei von ihnen – einschließlich des Ensembleleiters – spielen Erhu, eine zweisaitige Geige ohne Griffbrett, die vierte ist Meisterin des chinesischen Hackbretts, genannt Yangqin.

„Freude“ hieß das fröhliche Eröffnungsstück mit seinen lebhaften Rhythmen, gefolgt von dem Film-Song „Seelenverwandt“, gefühlvoll vorgetragen von einer Sopranistin mit Begleitung von Erhu. Yangqin und elektronischem Klavier. Bemerkenswert am Vortrag der Sängerin ist der Umgang mit der Stimme, die in China üblicherweise etwas enger als hierzulande und in sehr hohen Lagen eingesetzt wird.

Ein hochvirtuoses Hackbrett-Solo

Das klassische chinesische Stück „Die Fischesnacht“ klang insofern nicht ganz klassisch, als der Solopart auf dem Saxofon, die Begleitung auf dem E-Piano vorgetragen wurde. Und auch manche Begleitfigur verriet stellenweise westliche Einflüsse. Zwei zehnjährige Kinder waren die Solisten in dem 1939 entstandenen Lied „Soldaten“, das sie vierhändig auf dem E-Piano spielten: rhythmisch akzentuiert, völlig sicher, hochkonzentriert. Die drei Erhu-Spieler zeigten in „Schöne Nacht“ immer wieder gleitende Übergänge zwischen den Tönen, die mit starkem Vibrato belebt sind. Diese Spielweise ist für das Instrument charakteristisch. Ein hochvirtuoses Hackbrett-Solo „Frühling des Roten Flusses“ beendete die erste Konzerthälfte.

Anmutig-graziöse mongolische Tanzeinlage

Neben weiteren abwechslungsreichen musikalischen Beiträgen – darunter das fröhlich lärmende Schlagzeugstück „China drum“ für vier Spieler – gab es in der zweiten Hälfte des Abends eine anmutig-graziöse mongolische Tanzeinlage zu sehen, dazu eindrucksvolle Beispiele chinesischer Kalligraphie, von den beiden Klavier-Kindern mit Tusche und Pinsel auf das Papier gezaubert. Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum – von einer charmanten Dolmetscherin kundig durchs Programm geführt – die chinesischen Gäste nicht ziehen. So gab es zum Vergnügen der Zuhörer ein zweites Mal die „Freude“.

Von Michael Schäfer

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