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Regional Neuberg will Kommunikation fördern
Nachrichten Kultur Regional Neuberg will Kommunikation fördern
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06:17 26.03.2012
Der neue Künstlerhaus-Vorsitzende: Detlef Neuberg.
Der neue Künstlerhaus-Vorsitzende: Detlef Neuberg. Quelle: Heller
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Göttingen

Der aus Holzminden stammende studierte 66-jährige Betriebswirt hat schon in seiner hannoverschen Schulzeit Kunst als Lieblingsfach. Er sammelt Grafik und hat als Beiratsmitglied des Vereins schon seit einem Jahr einschlägige Erfahrungen gesammelt. Neuberg freut sich, dass der Verein mit seinen 164 Mitgliedern „aktiv und lebendig“ ist und dass in der Mitgliederzahl „kein Schwund“ zu bemerken sei. Den Schwerpunkt der Arbeit des Künstlerhauses sieht der frühere Geschäftsführer eines Göttinger Messsystemherstellers in der Förderung der Kommunikation von Kunstschaffenden in Göttingen und Südniedersachsen. Über neue Mitglieder im Verein würde er sich freuen.

Neben dem neuen Vorsitzenden  sind zwei weitere Vorstandsmitglieder gewählt worden: der Biologe Dr. Ulrich Nauber, der schon viele Ausstellungen im Max-Planck-Campus am Fassberg organisiert hat, und – als Schatzmeisterin wiedergewählt – Sonja Alberts von der Commerzbank Göttingen. Zum nichtkünstlerischen Beirat gehören die Denkmalschützerin Karin Schrader und Michael Hammersen.

Den künstlerischen Vorstand bilden künftig Georg Hoppenstedt (wiedergewählt) und Erhart Schröter, der als Nachfolger von Ev Kaboth gewählt ist. Kaboth lebt schon seit anderthalb Jahren nicht mehr in Göttingen, sondern in Berlin. Den künstlerischen Beirat bilden Ute Grünewald, Erhard Joseph und Frank-Helge Steuer. Alle Positionen sind für die kommenden drei Jahre fixiert.

Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Baensch und Kaboth wurden von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ev Kaboth, bereits seit 1982 für das Künstlerhaus aktiv, erinnert sich gern an zahlreiche Ausstellungen, die sie organisiert hat, und die Kontakte, die sie zu diesem Zweck geknüpft hat. „Ich habe immer bei den Künstlern angerufen“, erzählt sie auf Nachfrage, „man muss das einfach machen.“ Spontan fallen ihr Namen wie Antonio Calderara ein („auf seinen Bildern sah man fast nichts“), Georg Baselitz, der DDR-Star Willi Sitte, der Däne Peer Kirkby oder der hannoversche Künstler Stefan Schwerdtfeger. Gern entsinnt sie sich an die Hilfsbereitschaft der Göttinger Feuerwehr. Sie sorgte bei einer Amnesty-international-Ausstellung dafür, dass der raumbeherrschende Globus korrekt aufgepustet wurde: „Das hätte ich nie geschafft“.

Norbert Baensch, der frühere Chefdramaturg des Deutschen Theaters, war neun Jahre lang seit 2003 Vereinsvorsitzender. Ihm war daran gelegen, die bildende Kunst nicht als „abgesonderte Gattung“ zu betrachten, sondern sie mit den Nachbarkünsten zusammenzuführen in der „Dreiheit Wort, Musik, Bild“, wie er formuliert. Darüber hinaus habe er – sozusagen in der Funktion eines Geschäftsführers – für Ordnung im Künstlerhaus gesorgt und Finanzmittel eingeworben, die beispielsweise den Druck von Katalogen ermöglicht hätten. Vor allem Volksbank und Sparkasse Göttingen seien ihm dabei gute Partner gewesen. „Ich musste auch für Harmonie im Hause sorgen“, erwähnt er – besonders im Hinblick auf mögliche Differenzen zwischen dem Bund bildender Künstler (BBK) und dem Kreis 34. Wichtig sei ihm stets gewesen, „dass der Geist des Hauses ein liberaler Geist“ sei.

Und zum Schluss macht er seiner mit ihm ausscheidenden Vorstandskollegin Ev Kaboth ein besonderes Kompliment. „Sie ist eine wunderbare Mentorin, eine umsichtige Partnerin, ganz ohne Eitelkeiten – ein Juwel in unserem Team.“

Von Michael Schäfer