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Regional Fapoon: „Jazz bedeutet nicht elitär und kompliziert“
Nachrichten Kultur Regional Fapoon: „Jazz bedeutet nicht elitär und kompliziert“
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07:00 10.07.2019
Die Jazz-Fusion-Band Fapoon: Richard Le Déon, Maxim Hartmann, Robert Förster, Ole Rüter und Johannes Park (v.li.). Quelle: r
Göttingen

Fapoon – das sind Maxim Hartmann (Alt-/ Tenorsaxofon), Johannes Park (Gitarre), Robert Förster (E-Piano), Richard Le Déon (Bass) und Ole Rüter (Drums). Im Oktober vergangenen Jahres haben die fünf Musiker, die alle an der Universität Göttingen studieren oder arbeiten, eine Jazz-Fusion-Band gegründet. Mit ihrer Musik wollen sie zeigen: „Jazz bedeutet nicht elitär und kompliziert oder eine 30-minütige Impro-Show.“ Am Donnerstag, 11. Juli, sind Fapoon um 21 Uhr zu Gast im Exil.

Fapoon bei der Generalprobe in ihrem Übungsraum. Quelle: garben

Kennengelernt hat sich der Großteil der Band bei den Jazz-Sessions im Nörgelbuff. Solche gebe es zwar viele in der Region, eine richtige Jazz-Fusion-Band habe es aber bis zu ihrer Gründung in Göttingen nicht gegeben. Dabei biete Fusion-Jazz Musikern viele Freiheiten und viel Raum, um sich auszudrücken, sagt Rüter. Schon beim ersten gemeinsamen Spiel hätten sie gemerkt. „Das hat Potenzial.“ Wenig später riefen sie Fapoon ins Leben – der Name entstand in Anlehnung an einen Sketch aus der amerikanischen Comedy-TV-Show Key & Peele, bei der in einer Folge ein Hotelgast beim Frühstück ganz begeistert von einer Mischung aus spoon (Löffel) und fork (Gabel) ist und das Wort „Fapoon“ kreiert. „Klingt schön“, sagt Park und grinst. Zudem hätten sie keinen Bandnamen gewollt, der sich aus den Anfangsbuchstaben der Mitglieder zusammensetzt, ergänzt Förster.

Unterschiedliche Einflüsse

Ihren Stil beschreiben die fünf als tanzbare, groovige und atmosphärische Musik, deren Klang und Beats mitreißen, und die sich durch viel Improvisation auszeichnet. „Mir ist wichtig, dass die Leute sich nicht von dem Etikett ‚Jazz‘ abschrecken lassen“, sagt Park. Musikalische Vorbilder, deren Songs sie auch bei ihren Konzerten spielen, sind unter anderem Snark Puppy, Marcus Miller, Miles Davis und Wheather Report. „Wir haben alle verschiedene Einflüsse und Hintergründe“, berichtet Le Déon. Auch der Musikgeschmack unterscheide sich. „Ich glaube, das ist notwendig.“

Alle Bandmitglieder haben schon als Kinder Instrumente gelernt. Förster hat mit klassischem Klavier begonnen, das er auch noch heute spielt. Park hat ebenfalls mit Klavier angefangen – und dabei fast den Spaß an der Musik verloren, wie er erzählt. Mittlerweile spielt der 36-Jährige seit 22 Jahren Gitarre.

Einmal in der Woche treffen sich die Musiker in dem kleinen Probenraum im GSO-Gebäude an der Godehardstraße. Dabei entstehen auch eigene Stücke. Richtig fertig ist bislang eins, „Una River“. Komponiert hat es Le Déon; zwei weitere seien in Entwicklung „und ganz viel im Kopf“, erzählt er und lacht. Der 25-Jährige kann selbst keine Noten lesen, sondern arbeitet mit Akkorden und Riffs. „Ich sage den anderen, was ich mir vorstelle.“ Das würden die dann schnell übernehmen und mit eigenen Ideen ergänzen. Wenn sie Songs von anderen Bands spielen, würden sie die nicht eins zu eins übernehmen, sondern immer ihren eigenen Sound mit reinbringen, erklärt Ole. „Wir spielen eigentlich nie ein Stück gleich.“ Ein großer Teil der Musik entstehe so spontan beim Spielen.

„Mir ist es wichtig, dass die Musik Spaß macht, nicht, die Noten zu treffen“, sagt Förster, auch wenn man sein Instrument natürlich gut beherrschen müsse.

Zuhören können

Immer wieder betonen Jazzmusiker, wie sehr ihre Musik vom achtsamen Zusammenspiel und intuitiven Aufeinander eingehen abhängt. Das empfinden auch die Mitglieder von Fapoon so. Wer Fusion-Jazz spielen möchte, müsse improvisieren können und experimentierfreudig sein. Auf die Mitspieler zu achten, sei dabei besonders wichtig. „Ich mache sehr ungern Musik mit Leuten, die zwar technisch gut sind, aber nicht zuhören“, sagt Le Déon. Dass die Mitglieder von Fapoon mittlerweile ein eingespieltes Team sind, hat sich auch am Montagabend bei der Generalprobe gezeigt.

Als Nächstes steht für die Band das Konzert im Exil an, ihr dritter größerer Auftritt. Ein bisschen aufgeregt zu sein, ist wichtig, sagt Park. „Wenn alles gut geht, lassen sich die Leute von unserer Spielfreude anstecken.“

Jazz Sessions im Nörgelbuff

Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es im Live-Club Nörgelbuff die „Deep in the Groove – Jazz Session“. Das Rahmenprogramm bestreitet immer eine Göttinger Jazzband. Danach ist die Bühne den Organisatoren zufolge frei für alle, die Groove, Jazz, Blues, Funk, Electro und Freestyle lieben, ganz getreu dem Motto „Play anything you want – and play it good“. Equipment wie Gesangsanlage, Verstärker, Schlagzeug und Gitarren werden gestellt. Eigene Instrumente können mitgebracht werden.

Die Idee zu „Deep in the Groove“ stammt ursprünglich von Sebastian Kiehlmann. Er wollte 2010 mit seiner damaligen Band „From Miles Around“ „einen deutlichen Kontrast zur lang etablierten Jazz-Session im Apex bieten“. Die nächste Jazz-Session findet am Donnerstag, 1. August, um 21 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

Von Nora Garben

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