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Regional Neuerscheinungen auf dem Wertzeichen-Markt
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19:16 25.04.2011
Zum Geburtstag: 150 Jahre Wallraf-Richartz-Museum. Quelle: EF
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Ein Wert zu 85 Cent erinnert an den 150. Eröffnungstag des Kölner Wallraf-Richartz-Museums. Das älteste Museum Kölns residiert heute in einem 2001 fertiggestellten Bau. Es geht auf die 1818 von Ferdinand Franz Wallraf (1748 - 1824) der Heimatstadt vermachte Kunstsammlung zurück. Wallraf hatte nach der französischen Besetzung des Rheinlandes versucht, möglichst viele Werke aus zum Abriss freigegebenen Kirchen zu retten. Damit erwachte seine Sammelleidenschaft. In der Folgezeit trug Wallraf alles zusammen, was mit der Kölner Geschichte zusammenhing. Als er starb, erbte die Stadt neben Münzen, Fossilien und anderen Fundstücken auch 1616 Gemälde, 3875 Zeichnungen, 42 419 graphische Blätter und rund 14 000 Bücher. Allein die Inventarisierung des zwischen 1827 und 1860 im Wallrafianum präsentierten Bestandes dauerte zwei Jahre. Heute pflegen die Universitäts- und die Stadtbibliothek die Bücher aus Wallrafs Sammlung. Über das Schicksal der im Historischen Archiv verwahrten Handschriften liegen derzeit keine konkreten Angaben vor. Das 1861 eröffnete Wallraf-Richartz-Museum betreut allein die Kunstschätze.

Das Wallrafianum residierte im ehemaligen Quartier der Kölner Erzbischöfe. Erst als der Kaufmann Johann Heinrich Richartz (1796 – 1861) 100 000 Taler stiftete, konnte die Stadt die Errichtung eines neuen Gebäudes in Angriff nehmen. Das von Josef Feltens und Julius Carl Raschdorff errichtete Museum wurde 1943 bei einem Luftangriff zerstört. Zwischen 1957 und 1986 fand die Sammlung in einem von Rudolf Schwarz und Josef Bernhard gestalteten Neubau Platz, zwischen 1986 und 2001 im von Peter Busmann und Godfrid Haberer entworfenen Gebäude, das heute allein das Museum Ludwig beherbergt. Oswald Mathias Ungers gewann 1996 den Wettbewerb für den 2001 fertiggestellten eigenen Bau, dessen Fassade im oberen Teil der Sondermarke zu sehen ist. Darunter werfen wir einen Blick in die Ausstellungsräume. Thomas Serres legte den Entwurf vor.

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Von Kym Erdmann stammt die 55-Cent-Sondermarke, die an Karl Benz’ Erfindung des Automobils vor 125 Jahren erinnert. Neben dem ersten Wagen erscheint ein Faksimile der Patenturkunde. Für 75 Cent verkauft die Post den Umschlag zur Internationalen Briefmarken-Messe Essen. Er ist dem Automobil-Jubiläum gewidmet und trägt die Sondermarke als Wertstempel. Links erscheint Karl Benz’ Porträt hinter seinem Wagen.

Als Publius Cornelius Tacitus (um 58 bis um 120 n. Chr.) den nicht römisch besetzten Teil Germanias bereiste, erschrak er ob der dichten Wälder. Ein zu geschätzt 70 Prozent waldbewachsenes Gebiet erschien dem Historiker und Senator abweisend. Anders schaute es im besetzten Teil Germanias aus, brauchten die Römer doch unter anderem große Mengen Brennholz. Die Waldbestände erholten sich wieder, nachdem sich die Römer aus Mitteleuropa zurückgezogen hatten. Im Mittelalter gab es mehrere große Rodungsperioden. Ende des 14. Jahrhunderts bedeckten Wälder etwa 30 Prozent der Fläche Deutschlands. Dieser Anteil ist seitdem annähernd stabil geblieben. An die Geschichte des europäischen Waldes sollte denken, wer heute den Rückgang der Waldflächen in weniger entwickelten Ländern beklagt. Auch Europa kannte einmal Urwälder, die längst vernichtet sind. Moderne Kunst platzierten Hans Peter und Andreas Hoch auf der dem Wald gewidmeten Europa-Marke zu 55 Cent. Das Bild stellt den Lichteinfall in den Wald dar.
Gegenständlicher ist da Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Nassklebend erschien es am 3. Januar im Zehnerbogen. Jetzt kommt eine Rolle mit 100 selbstklebenden Werten heraus (Grafiker: Werner Hans Schmidt). Normale Postfilialen verkaufen nur vollständige Rollen. An Philatelieschaltern und bei der Deutschen Post, NL Philatelie, Postfach 11 10, 92623 Weiden, werden auch Fünferstreifen angeboten. Dort gibt es zudem zwei neue Umschläge.

Eine Gedenkganzsache erinnert an den 100. Jahrestag der Indienststellung der Viermastbark „Passat“ (Grafiker: Stefan Klein, Olaf Neumann). Als Wertstempel dient eine Zuschlagsmarke des Jugendsatzes von 2005 mit einem Gemälde des Schiffes. Links im Schmuckzudruck sehen wir verschiedene Detailaufnahmen der „Passat“. Der Umschlag kostet einen Euro.

Von Torsten Bernd

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