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11:06 08.01.2018
Neuen KAZ-Kulturreihe „Parallelwelten": Doppelkonzert von Nightfall und Brand New Key im Jungen Theater Nightfall. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Was kann es zu einer Premierenveranstaltung an einem Sonntagabend Schöneres geben als ein ausverkauftes Haus? Mit einem Doppelkonzert der Göttinger Bands Nightfall und Brand New Key ist die neue KAZ-Kulturreihe „Parallelwelten“ unter der Leitung von Peter Krug im Jungen Theater gestartet. Unterschiedlicher können zwei Bands an einem Konzertabend kaum sein, aber genau das machte diese spannungsgeladene Veranstaltung aus.

Einige Frauen in der ehemals ersten Reihe sind nicht begeistert als die Organisatoren ihnen zwei weitere Stuhlreihen davor stellen, um dem Andrang Herr zu werden. Dann war ist Schluss, damit zwischen Publikum und Musikern Raum für Bewegung bleibt. Die lässt nicht lange auf sich warten. Liebhaber der Contact Improvisation nutzen die Tanzfläche um sich ihrer Leidenschaft hinzugeben. Diese Tanzform improvisiert im Spiel mit physikalischen Kräften, mit Bewegung und Berührung. Aus der Kommunikation der Körper und der Dynamik des Augenblicks entsteht ein Tanz, der in jedem Moment neu kreiert wird.

Hier ist die Parallele zur Musik von Nightfall. Jederzeit hat der Besucher das Gefühl, dass sich die Musiker gegenseitig stützen, sich in ihren Improvisationen aneinander festhalten. Eine ungeheure Spannung liegt in der Luft. Die meisten Musiker sind Multiinstrumentalisten und leben das auf der Bühne auch aus. Donatella Abate spielt die keltische Harfe glasklar, die in Beziehung tritt zur Hang, einer Art Steelpan, die Peter Krug dezent aber wirkungsvoll einsetzt. Die vom syrischen Gastmusiker Abdallah Ghbash zurückhaltend gespielte Oud, eine orientalische Kurzhalslaute, vereint sich mit der warmen Stimme von Sängerin Pettra Biertümpfel zu einer tranceartigen Melange. Biertümpfel singt in einer Fantasiesprache, sie selbst nennt es Herzenssprache, deren anheimelnder Klangteppich über allem zu schweben scheint. Und wer nicht glaubt, die gute alte Maultrommel oder ein überlanger Rainstick könnten ein zauberhaftes Intro gestalten, wird schnell eines Besseren belehrt.

Brand New Key fahren nach der Pause eine völlig andere Schiene, und genau das macht diesen vielfältigen und abwechslungsreichen Abend aus. Die Band präsentiert ein akustisches Road-Movie, das, wenn nicht um die ganze Welt, dann wenigstens vom Nahen Osten über Afrika bis in die Weiten der Südstaaten der USA führt. In diesen Gegenden liegen die Einflüsse der durchgängig selbst komponierten Songs.

Spätestens beim zweistimmigen Gesang von Gerhard Endmann, der die Akustik-Gitarre und das Saxofon bedient, und Kerstin Hagemann an der Cajón, bekommen die Gäste ihre erste Gänsehaut. Endmann dunkle, gereifte Stimme und Hagemanns klares ausdrucksstarkes Organ harmonieren derart gut, dass es eine Freude ist.

Druckvoll vermeidet Brand New Key jegliche Ballade, geträumt wurde vorher ja genug. Und wo bei der ersten Band die musikalische Harmonie dominierte, schickt Dirk Rudolf seine schneidenden Soli auf der E-Gitarre in den Theatersaal. „Wir wissen nicht, was passiert“, kündigt Krug mit „Live high“ den letzten Song des Abends an, den beide Bands gemeinsam spielen. Das Experiment gelingt mit Bravour, die Parallelwelten besitzen auch eine Schnittmenge, und das Publikum quittiert das mit lang anhaltendem Beifall.

Von Christoph Mischke

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