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Regional 400 Nobelpreisträger im Porträt
Nachrichten Kultur Regional 400 Nobelpreisträger im Porträt
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00:19 29.10.2017
Der Fotograf Peter Badge hat in den vergangenen 17 Jahren mehr als 400 Nobelpreisträger porträtiert. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Der Fotograf Peter Badge hat in den vergangenen 17 Jahren mehr als 400 Nobelpreisträger porträtiert. Die Aufnahmen sind dem zweibändigen Bildband „Nobel Heroes“ im Göttinger Steidl-Verlag erschienen. Am Mittwoch wurde das Werk im Günter Grass-Archiv vorgestellt.

Knapp 40 Gäste, darunter nicht nur die Göttinger Nobelpreisträger Erwin Neher und Stefan Hell, sondern auch Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und der neue Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) hatten den Weg ins Grass Archiv gefunden, um mehr über die Arbeit des Fotografen Peter Badge zu erfahren. In seiner Begrüßung schlug Verleger Gerhard Steidl einen Bogen von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, über den derzeit eine Ausstellung im Günter Grass-Archiv zu sehen ist und mit dem Steidl eng zusammenarbeitete, zu den Nobelpreisträgern, die Peter Badge in den vergangenen 17 Jahren porträtierte. Er freue sich, mit dem Bildband ein derartiges „Meisterwerk“ in seinem Verlag herausbringen zu dürfen, so Steidl. Denn beim Betrachten der Porträts könne man etwas über die „Privatheit der Personen“ lernen. Im Bereich der Fotografie seien zwei Gebiete rar mit Talenten gesät: „In der Landschafts- und der Porträt-Fotografie“, so Steidl, und Badge sei eine absolute Bereicherung für die Porträt-Fotografie.

Der Fotograf Peter Badge hat in den vergangenen 17 Jahren mehr als 400 Nobelpreisträger porträtiert.

Nikolaus Turner, Vorstandsmitglied der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen, hielt im Anschluss eine kurze Laudatio auf den Fotografen. „Seine Arbeit hat großen Eindruck auf mich gemacht“, sagte Turner mit Blick auf Badge. Der in Göttingen aufgewachsene Fotograf zog es vor, im Hintergrund zu bleiben. Er betrachte sich bei dieser Aufgabe weniger als Fotograf und nicht als Künstler, sagte Badge am Rande der Veranstaltung. Vielmehr verstehe er sich als Chronist der Geschichte, denn jeder einzelne Nobelpreisträger habe Einzigartiges geleistet und für Weiterentwicklungen auf nationaler oder globaler Ebene gesorgt.

Die Begegnungen mit den Wissenschaftlern seien oftmals spannend, menschlich und lehrreich gewesen, so Badge. Einige der Porträtierten habe er mehrere Wochen begleitet, andere wiederum nur für einen sehr kurzen Zeitraum.

Stefan Hell, der 2014 den Nobelpreis für Chemie erhielt, wurde nur wenige Tage nach Erhalt des Preises von Peter Badge kontaktiert. „Das Geniale an Herrn Badge ist, dass er einen bezaubernden Moment einfangen kann“, sagte Hell, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und Erfinder der STED-Mikroskopie. Es mache ihn stolz und glücklich, mit einem Porträt in Badges Bildband dabei sein zu dürfen. Entstanden sei sein Porträt auf einem Dach – und der Fotograf habe ein unerwartetes Hintergrundmotiv gewählt. Herausgekommen ist ein ausdrucksstarkes Porträt – ebenso stark wie die anderen in „Nobel Heroes“.

Von Maren Iben

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