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Regional Objekte und Performance von Johannes Wildermuth
Nachrichten Kultur Regional Objekte und Performance von Johannes Wildermuth
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17:34 04.03.2012
Aufgebrochen oder schützend: Objekte von Wildermuth.
Aufgebrochen oder schützend: Objekte von Wildermuth. Quelle: Vetter
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Göttingen

Dadurch wurde deutlich, dass es sich hier zwar um zum Teil nur grob    bearbeitete Materialien handelt, die möglicherweise mit dem Begriff „roh“ zu verbinden sind. Im Hintergrund und auch in der Bearbeitung stecken jedoch vielfältige, feinsinnige Ideen und ein intensiv gedanklich begleiteter Entstehungsprozess.

Der Entstehungsprozess selbst ist ein wesentliches Anliegen Wildermuths, der kürzlich sein Kunststudium in Kassel abgeschlossen hat. So wurde aus den Texten deutlich: Das verwandte Material als „Potentialträger“ für Entwicklungen und Neues ist es, was diesen Künstler interessiert. Die Rohheit zeigt bei ihm ein enormes kreatives Potential. Akustisch untermalte Wildermuth diese Idee mit Cello-Klängen, die auf ihre Weise eine vielversprechende Ausgangsbasis für Musik bildeten, ohne selber bereits im klassischen Sinne Melodie oder Rhythmus zu sein. Auch hier stand der Aspekt des Potentials, das in diesem Klanghaufen steckte, im Mittelpunkt.

Zu sehen sind in der Ausstellung unterschiedliche Objekte, für die der Künstler wiederkehrend Materialien wie Bauschaum, Verbandsmaterial oder Folie nutzt. Mal vermitteln sie einen schützenden, heimeligen Eindruck wie ein muschelförmiges Gebilde, mal erinnern sie an aufgebrochene oder verwesende Gegenstände. Jedes Stück zeigt damit einen Teil des Prozesses von Werden, Vergehen und daraus entstehendem Neuem.

Der kreative Prozess zwischen Werden und Vergehen wurde unmittelbar erlebbar an einem Werk, bei dem eine Heizspirale eine Platte Karamell erhitzte. Während die ursprüngliche Platte knackend und schmelzend ihren Ausgangszustand bald hinter sich ließ, entstand aus dem zähflüssigen, tropfenden Karamell ein neues Gebilde, das es nun zu Betrachten gibt. Welchen der Zustände man nun als „roh“ bezeichnen mag, liegt im Auge des Betrachters.

Von Isabel Trzeciok

Die Ausstellung ist in der Oberen Galerie im Künstlerhaus, Gotmarstraße 1, bis zum 8. April zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr.