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Regional Autoren können eigene Texte im Havana in Göttingen vortragen
Nachrichten Kultur Regional Autoren können eigene Texte im Havana in Göttingen vortragen
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18:00 23.05.2019
Der Autor, Schauspieler, Sprecher und Musiker Daniel von Trausnitz bietet eine offene Lesebühne in Göttingen an. Quelle: r
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Göttingen

Für jeden, der seinen literarischen Output in einem kleinen Kreis vorstellen möchte, bietet Daniel von Trausnitz in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Nordhessen eine offene Lesebühne in Göttingen an. Die Treffen beginnen jeweils am letzten Mittwoch im Monat um 20 Uhr in der Gaststätte Havana, Geismar Landstraße 21.

Zuhörer sind gefragt

Vier Autoren hätten sich bereits für den 29. Mai angemeldet, bis zu acht seien möglich, sagt Trausnitz. Beim ersten Treffen seien zwölf Autoren gekommen, vier bis sieben die Regel: „Wir haben die Obergrenze auf acht reduziert, der Abend wird sonst zu lang und ermüdend.“ Mehr Zuhörer bei den Lesungen, die er bislang nur über Facebook beworben hat, würde sich Trausnitz allerdings wünschen. Der Schauspieler, Autor und Musiker liest auch selbst als „Lückenbüßer“ auf der Lesebühne, hat bislang drei Bücher veröffentlicht und schreibt an einem vierten titels „Esssex“. Kurzgeschichten mit deftigem Humor finden sich in „Lust.-Tief.-Sinn.- ... und ich“, autobiografische Bezüge in „Mondscheinsinnphonie“.

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Plattform für Hobbyschreiber und Profis

Die Schwelle für die Lesebühne ist niedrig angesetzt. „Jeder kann lesen, worauf er Lust hat – ob Gedichte, Kurzgeschichten, Blogs, Romane oder poetry slam“, sagt der 47-Jährige: „Er muss den Text nur selbst geschrieben haben und vortragen.“ Für die Lese- respektive Hörproben sind jeweils zehn Minuten angesetzt, spontane Anmeldungen sind auch noch vor Ort ab 19 Uhr bis eine Viertelstunde vor Beginn möglich. Wer schon etwas publiziert hat, kann es auf einem Verkaufstisch feilbieten, Gage und Eintrittspreise gibt es nicht. Auch qualitativ soll die Latte nicht zu hoch gehängt werden. Lausnitz tritt Ängsten entgegen, dass Texte nicht gut genug sein könnten. Die Lesebühne biete eine Plattform sowohl für Laien und Hobbyschreiber als auch für professonelle und semiprofessionelle Autoren.

„Wir hatten bereits Prosa, Lyrik, Märchen und Belletristik dabei, aber noch keinen Slammer“, sagt Lausnitz. Auch Singer und Songwriter könnten auf der Lesebühne ihre Songs präsentieren und den Abend musikalisch begleiten, ob ohne oder mit Instrument – letzteres allerdings nur akustisch. Dafür soll dann ein Hut ’rumgehen: „Instrumente sind ja teurer als ein Stift.“

Feedback und Austausch

Zu den vier Autoren, die sich bereits für die nächste Lesebühne am 29. Mai angemeldet haben, gehören Frank Rossbach aus Kassel, eine Autorin aus Frankfurt und die Kurzgeschichten-Autorin Britta Voß. Die Göttingerin hat Anfang des Jahres ihren eigenen Verlag gegründet, den Salsa-Verlag mit „Büchern von Frauen für Frauen“.

„Wir freuen uns immer über neue Gesichter“, wirbt Trausnitz für die Lesebühne. Die Gespräche mit dem Publikum und anderen Autoren in der Pause seien eine tolle Möglichkeit für Feedback und Ideenaustausch. Und über den Hinweis hinaus, nicht zu spät zu kommen und Zeit mitzubringen, hat der Lesebühnen-Organisator noch einen Tipp parat: „Wenn du Freunde im Publikum hast, liest es sich leichter.“

Wer Lust hat und sich auf die Lesebühne traut, kann sich bei Daniel von Trausnitz anmelden oder weitere Fragen an ihn stellen per E-Mail an daniel@von-trausnitz.com.

Von Kuno Mahnkopf

23.05.2019