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Regional Händels Messiah mit afrikanischen Elementen
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00:26 09.05.2018
Aufführung des Oratoriums "MessiaSASAmbura" von Maximilian Guth in der Freien Waldorfschule Göttingen Quelle: Rüdiger Franke
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Weende

„Ich war fünfmal in Tansania“, erzählte Guth. Einmal habe ihn auch das Asambura-Ensemble begleitet, das bei der Aufführung in der Waldorfschule gemeinsam mit der Camerata Medica Göttingen spielte. Die Massai gaben ihnen dabei Tipps zur richtigen Umsetzung der Klänge. Mit der Verknüpfung der afrikanischen Musik mit dem Händel-Oratorium stellte sich Guth einer großen Herausforderung. Dabei sei die Wahl ganz bewusst auf Händel gefallen. Dessen Werk sei – im Gegensatz zum Bach-Oratorium – vor allem wegen des starken Grooves interessant. Er möge die Motorik und die starken Rhythmen, welche sogar eher Tanzrhythmen seien. Und es gebe auch in der Instrumentalisierung Überschneidungen, auch wenn die Instrumente durchaus unterschiedlich seien.

Hier gibt es Bilder von der Aufführung:

Aufführung des Oratoriums „MessiaSASAmbura“ von Maximilian Guth in der Freien Waldorfschule Göttingen in Zusammenarbeit vom PetriChor-Weende mit der Freien Waldorfschule (FWS) Göttingen, dem Asambura-Ensemble, der Camerata Medica Göttingen und dem EuryArt Ensemble Kassel .

Scheuklappen ablegen

„Für mich ist es in der Musik ganz zentral, auch nach links und rechts zu schauen und die Scheuklappen abzulegen“, erklärte der Komponist seine Intention. Das gelte aber auch für das Leben. Gerade in der heutigen Zeit mit zum Beispiel der Flüchtlingsthematik sei es immens wichtig, sich zu öffnen. Und so stehen ganz am Ende der tansanische Gesang, der Muezzin und die Glocke. „Das ist eine bewusste Öffnung“, sagte Guth. Von der Komposition begeistert ist auch Martin Kohlmann, Dirigent und künstlerischer Leiter des PetriChors Weende: „Sie trifft das Herz der Zeit. Alte Musik in einen politisch aktuellen Zusammenhang gesetzt.“

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Freier Mittwoch als Belohnung

Guth sei ein ehemalige Kommilitone in Hannover gewesen. Ihm sei es gelungen, original Händel-Elemente mit avantgardistischen Elementen zu verbinden, wobei auch in den modernen Teilen Händel immer wieder durchblitze. Für den Chor sei es ein gewisser Aufwand gewesen, das Stück zu proben. „Wir hatten aber das Glück, dass wir den Händel schon aufgeführt hatten.“ Deshalb seien sechs Stücke fertig gewesen. Insgesamt dauerten die Proben ein halbes Jahr. Zum Ende habe er den Chor durchaus stärker beansprucht. „Deshalb bekommen die Sänger am Mittwoch erstmal frei“, versprach er.

Aufführung des Oratoriums "MessiaSASAmbura" von Maximilian Guth in der Freien Waldorfschule Göttingen Quelle: Rüdiger Franke

Schüler einbinden

Nicht ganz einfach sei es gewesen, einen geeigneten Auftrittsort zu finden, berichtete Kohlmann. „Die Kirchen, die wir anvisiert hatten, waren zu klein.“ Deshalb habe man sich für die Waldorfschule entschieden. Dadurch habe sich dann die Idee ergeben, die Schule in die Aufführung einzubinden. 50 Schüler der sechsten, achten, zehnten und elften Klasse visualisierten die Musik mit eurythmischen Tanzbewegungen, gemeinsam mit Mitgliedern des Tanzensembles EuryArt und Laientänzern.

Freiwillige Teilnahme

„Die Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt basierte auf Freiwilligkeit“, erklärte Rafael Yaari, Eurythmie-Lehrer an der FWS. Er habe das Projekt im Unterricht vorgestellt. Am Ende meldeten sich zwei Drittel in den jeweiligen Klassen, um teilzunehmen. Es sei eine gute Vorbereitung für den Abschluss in der zwölften Klasse, sagte er. Er sei begeistert, dass so viele Schüler die Herausforderung annahmen, etwas Neues für sich zu erschließen. Neu sei zum Beispiel gewesen, dass erst einmal nach den richtigen Bewegungen geforscht werden musste. Es habe in der Eurythmie keine Bewegungen für die afrikanischen Rhythmen gegeben.

Zweite Aufführung am Sonntag

Das Stück wird am Sonntag, 6. Mai, um 18 Uhr noch einmal in der Aula der Freien Waldorfschule Göttingen-Weende im Arbeksweg aufgeführt. Für die Aufführung sind noch Karten an der Abendkasse erhältlich. Komponist Maximilian Guth empfiehlt Interessenten aber, frühzeitig zu kommen, da die Schlange am Sonnabend bereits sehr lang gewesen sei.

Von Rüdiger Franke