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Regional Physikalische Erkenntnisse und irrwitzige Gefahren
Nachrichten Kultur Regional Physikalische Erkenntnisse und irrwitzige Gefahren
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20:29 05.03.2012
Von Christiane Böhm
Mord in der Heilanstalt: „Die Physiker“.
Mord in der Heilanstalt: „Die Physiker“. Quelle: Eulig
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Göttingen

Am 11. März 2011 bebte in Japan die Erde. In der Folge kam es im Atomkraftwerk in Fukushima in mehreren Blöcken zu Kernschmelzen. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden und Wasser. Deutschland beschloss daraufhin den Atomausstieg.

Vorangestellt wird dem Stück nun eine Szene, die auf jene Vorkommnisse in Japan hinweist, die dem Publikum nicht nur die Fragen nach Verantwortung der Wissenschaft mitgibt, sondern auch nach dem weiteren Vorankommen beim Atomausstieg. Ob das nötig ist, bleibt fraglich, denn Dürrenmatts Text transportiert den Zweifel an der Moral der Wissenschaft schon seit mehr als 40 Jahren trefflich.

Johann Wilhelm Möbius (Jan Reinartz) hat einige Kernfragen der Physik gelöst. Seine Erkenntnisse ließen ungeahnte Energien entstehen. In den falschen Händen eine irrwitzige Gefahr. Um dieses Wissen geheim zu halten, ließ er sich vor über 15 Jahren in eine Nervenheilanstalt einweisen. Doch es nützt alles nichts. Was einmal gedacht wurde, kann nicht zurückgenommen werden. Denn mit ihm weilen dort zwei Insassen, die sich für Einstein (Andreas Döring) und Newton (Dirk Böther) halten.

Die aber sind gar nicht verrückt, sondern arbeiten für verschiedene Geheimdienste. Den Streit um Möbius kämpfen die Agenten bei einer eindrucksvollen  Henkersmahlzeit aus. Und das ist noch nicht die letzte dramatische Wendung. Das Publikum bedachte die Vorstellung mit höflichem Applaus.

Nächste Vorstellungen am 6. und 11. März. Kartentelefon: 05 51 / 49 50 15