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Regional Pißowotzki inszeniert „Meine tolle Scheidung“ im Theater im OP Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Pißowotzki inszeniert „Meine tolle Scheidung“ im Theater im OP Göttingen
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17:01 12.07.2013
Frau mit Musiker und Hund: A. Kütemeyer spielt die verlassene Ehefrau – und zahlreiche Zeitgenossen, unterstütz von Gitarrist Torben Boell. Quelle: Opitz
Göttingen

Die Tragikomödie der irischen Autorin Geraldine Aron hatte jetzt unter der Regie von Klaus-Ingo Pißo­wotzki im studentischen Theater im OP (ThOP) Premiere und begeisterte das Publikum.

Angela Kennedy Lipsky ist eine Frau mittleren Alters. Ihr Ehemann Max will sie wegen einer Jüngeren verlassen. Die Tochter plant, mit einem Schlagzeuger zusammenzuziehen. Nach Jahrzehnten als Ehefrau und Mutter ist Angela plötzlich allein und muss einen neuen Sinn in ihrem Leben finden. „Ich war mal die bessere Hälfte des weltbesten Pärchens“, sagt sie. Nach kurzem Freiheits­genuss kehrt Ernüchterung ein: Einsamkeit und Zweifel machen sich breit. Angela schwebt zwischen Selbstironie, Einsamkeit und Trauer.

Die ersten Lacher gehören dem Hund. Axl ist der letzte Verbliebene. Es steht allerdings kein echtes Tier auf der Bühne, sondern ein Stofftier, dass auf Rollen durch die Gegend gezogen wird. Die übrigen Requisiten: Telefon, Sessel, Kleiderständer. Mehr braucht das Stück nicht. Geht Angela zu einem Treffen mit einem potenziellen Neu-Gatten, macht sie sich am Kleiderständer hübsch. Ist die Einsamkeit zu groß, ruft sie die Telefonseelsorge an.

Überzeugende Rollen

Sonst erzählt die Verlassene von ihren Erlebnissen. Kütemeyer schlüpft dabei immer wieder überzeugend in die Rollen ihrer Mitmenschen und persifliert sie: die nestflüchtende Tochter, die ihrer Mutter keine große Hilfe ist: „Ey, Mama! Manchmal bist du echt im Wachkoma“, den frauenfeindlichen Rechtsanwalt oder den entflohenen Gatte Max.

Ganz alleine ist Kütemeyer nicht auf der Bühne. Gitarrist Torben Boell untermalt die Erlebnisse mit passenden Liedern und agiert immer wieder als stiller Akteur mit der Schauspielerin.

Angelas Weg von der ersten Erkenntnis der Untreue bis hin zur konsequenten Trennung ist lang, 90 Minuten dauert der Abend. Kütemeyer schafft es, die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Das Stück arbeitet zwar mit altgedienten Klischees und zielt auf leichten Humor ab. Kütemeyers Darstellung bringt aber viel Würze.

Weitere Vorstellungen: am heutigen Sonnabend sowie am 16., 19., 20., 23., 26. und 27. Juli um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3 in Göttingen. Kartentelefon: 05 51 / 39 70 77.

Von Friedrich Schmidt

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