Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Pit Budde nach 40 Jahren zurück
Nachrichten Kultur Regional Pit Budde nach 40 Jahren zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 26.07.2019
Pit Budde mit Josephine Kronfli. Quelle: r
Anzeige
Göttingen/Münster

Häufig sei er später dann im Landkreis Northeim unterwegs gewesen, sagt Pit Budde. Erst mit Cochise, später dann mit Karibuni @ddis (sprich: Addis wie die Hauptstadt von Äthiopien). Und weil diese Formation vor allem Weltmusik für Kinder spielt, sei er mit Karibuni @addis auch in zehn oder mehr Schulen aufgetreten. Ein Projekt, von dem er sagt: „Das ist wirklich großartig. Kinder sind ein wunderbares Publikum, sehr direkt.“

Lücke mit Weltmusik füllen

Für sehr sinnvoll hält Budde diese Arbeit mit Kinder nach wie vor. „Es ergibt Sinn in einer Zeit, in der die Kinder direkt vom Wiegenlied zur Popmusik übergehen.“ Er und seine Mitmusiker wollten die Lücke dazwischen mit Weltmusik füllen. Mit den Kindern singen sie gemeinsam, bringen ihnen die Lieder bei, die Refrains oder auch Bewegungslieder. „Sie werden rhythmisch abgeholt“, erklärt der Musiker.

Auch mit geflüchteten Kindern arbeiten sie in solchen Projekten. Lieder aus aller Welt ließen sie übersetzen und könnten sie so zweisprachig mit den Kinder singen – auf Deutsch und in ihrer Heimatsprache. Vor zwei Jahren hätten sie ein solches Projekt auch in Äthiopien angeboten. Ganz viele Kinder hätten dabei mitgemacht – und seien jetzt in einem der Karibuni-Videos zu erleben.

Programm für Erwachsene

Für ihren Auftritt am Sonnabend, 23. November, in Hardegsen bat die Initiative Kunst und Kultur um ein Programm für Erwachsene. Kein Problem, immerhin seien sie eine der ersten Gruppen gewesen, die die Initiative für einen Auftritt auf Burg Hardeg engagiert hatte. Inzwischen ist eine Freundschaft gewachsen zwischen den Organisatoren und dem Musiker, bestätigen beide.

Das etwa 90-minütige Programm umfasse teilweise auch Cochise-Lieder, sagt Budde. Die seien nämlich noch immer aktuell, vor allem, wenn sie von der Umwelt handeln. Gerade erst seien sie auch bei einer Demonstration der „Fridays for Future“-Bewegung aufgetreten. Aber Karibuni @addis würde in Hardegsen auch neuere deutschsprachige Lieder präsentieren. „Folk und Weltmusik zwischen Cochise und Afrika“ kündigen sie für den Auftritt an.

Lieder in ihrer Muttersprache Amharisch

Budde wird dann Gitarre und weitere Saiteninstrumente spielen und dazu singen. Mit dabei sind Josephine Kronfli (Flöte, Mandoline und Percussion), Klaus Jochmann (Akustikgitarre und Gesang) sowie Ludger Schmidt (Cello und Bass). Die äthiopische Musikerin Kronfli wird auch Lieder in ihrer Muttersprache Amharisch singen

Über die Jahre hinweg hat sich Budde zu einem anerkannten Spezialisten für äthiopische Musik entwickelt. Mit Musikern aus diesem afrikanischen Land hat er zusammengearbeitet und Radiosendungen für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender zu dem Thema gestaltet. Daher weiß er auch um eine „sehr aktive Äthiopien-Szene in Göttingen“.

Erste Bierprobe

Schon jetzt freut er sich auf den Auftritt in Hardegsen. „Diese Burg ist total schön“, meint der 67-jährige Musiker. Oft sei er auch in Northeim gewesen, auch ein schönes Städtchen. In jüngerer Zeit habe ihn Einbeck beeindruckt. Ein Bierprobe habe er dort mitgemacht, „zum ersten Mal“. Er habe gar nicht gewusst, dass es so etwas gibt sagt Budde und schwärmt von dem Ablauf der Probe „wie ein kleines Ritual“.

Pit Budde tritt am Sonnabend, 23. November, um 20 Uhr im Muthaussaal der Burg Hardeg in Hardegsen auf. Karten kosten 20 Euro, ermäßigt 10 Euro (nur an der Abendkasse) und im Vorverkauf 17 Euro. Sie können unter info@kunst-kultur-northeim.de reserviert werden.

Das Leben des Pit Budde

Pit Budde startete seien musikalische Karriere als Singer/Songwriter. Mit der Band Cochise, die sich sehr politisch mit Umweltthemen befasste, erspielte er sich einen Namen in der deutschen Folkrock-Szene. Später ließ er sich von Tönen aus der Natur wie Vogelgezwitscher beim Schreiben seiner Lieder inspirieren.

Zu Beginn der 1990-Jahre begann Budde, mit Musikern aus der Migrantenszene zu kooperieren. Mit ihnen gründete er die World-Beat-Band Radio Ethiopia. Seine musikalische Arbeit mit Kindern und für Kinder startete er 1997 mit Karibuni. Zudem verfasst der Musiker eine Reihe von pädagogischen Büchern. Mehrfach wurde er für seine musikalische Arbeit ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2001 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die CD „iftah ya simsim“ und 2010 für die CD „Tadias! Kommt mit nach Afrika“. Budde lebt heute in Münster. pek

Von Peter Krüger-Lenz

Die Stadt Hameln vergibt 2020 zum 18. Mal den mit 5000 Euro dotierten Rattenfänger-Literaturpreis. Die Auszeichnung würdigt unter anderem Märchen, Sagen und fantastische Erzählungen für Kinder.

26.07.2019

Im April wurde die Ausstellung „Finsterwelt“ in der Grimmwelt Kassel eröffnet. Seitdem waren bereits mehr als 15 000 Besucher da, um die Ausstellung zu besichtigen.

25.07.2019

Vom Grubenfest mit 800 Metalheads zur Weltmarke mit zum Teil über 80 000 Festivalbesuchern: Über 30 Jahre Wacken spricht der Mitbegründer des Festivals Thomas Jensen.

25.07.2019