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Regional Planeten und Sterne der Milchstraße
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17:01 03.07.2011
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Mit sehr viel Glück kann Merkur Anfang Juli am Abendhimmel aufgesucht werden. Voraussetzung für ein Auffinden um den 5. Juli herum sind eine freie Horizontsicht und ein wirklich klarer Himmel. Cirrusbewölkung oder Horizontdunst können eine Beobachtung vereiteln. Ein Feldstecher wird benötigt. Die beste Zeit, um Merkur zu beobachten, ist zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr. Er steht dann tief über dem Nordwesthorizont.

Eine bessere Möglichkeit, Merkur zu beobachten, gibt es Anfang September. Zwischen dem 3. und dem 10. kann der sonnennächste Planet morgens zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr entdeckt werden. Mit Blick Richtung Nordost steht er dort maximal 10 Grad über dem Horizont. Visiert man bei ausgestrecktem Arm über die Faust hinweg, dann deckt diese in ihrer Breite etwa diesen Winkel ab.

Während Venus die kommenden drei Monate zusammen mit der Sonne über den Taghimmel wandert, erscheint Mars am Morgenhimmel. Im Juli ist es noch recht schwierig, den roten Planeten aufzufinden. Besser geht es ab August. Am Monatsersten geht Mars um 2.17 Uhr auf. Ende September überschreitet er um 1.32 Uhr den Horizont. Besonders bei Beobachtungen im August sollte ein Feldstecher benutzt werden. Mars ist dann noch recht lichtschwach.

Jupiter kann im Juli in der zweiten Nachthälfte im Sternbild Widder leicht aufgefunden werden. Er ist im Moment der mit Abstand hellste Planet. Zu Beginn des Quartals geht der Riesenplanet um 1.51 Uhr auf. Ende September ist er dann zum Planet der gesamten Nacht geworden. Sein Aufgang hat sich auf 20 Uhr verfrüht.

Die Beobachtungsperiode für Saturn läuft langsam ab. Er wird zum Planeten des Abendhimmels. Geht er am 1. Juli noch um 1.23 Uhr unter, so verfrüht sich dieser Zeitpunkt Ende August auf 21.25 Uhr. Damit geht er noch in der Dämmerung unter. Den Rest des Quartals bleibt er unbeobachtbar. Während des Sommers steht Saturn im Sternbild Jungfrau. Dabei bewegt er sich langsam in Richtung des Sterns Spica. Dieser ist der hellste Stern in der Jungfrau.

Auch in diesem Jahr können im August wieder viele Sternschnuppen beobachtet werden. Besonders häufig ist in den Nächten zwischen dem 10. und dem 14. damit zu rechnen. In den Stunden nach Mitternacht bis zur Morgendämmerung können normalerweise über 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. In diesem Jahr werden es aber deutlich weniger sein, da am 13. Vollmond ist. Dadurch ist der Himmel deutlich aufgehellt. Schwache Sternschnuppen können dann nicht gesehen werden. Die meisten Sternschnuppen wird man kurz vor der Morgendämmerung am 12. August beobachten können.

Mitte August zeigt sich der nächtliche Sommersternhimmel in seiner ganzen Pracht. Außerhalb der Städte mit ihrer alles verschlingenden Beleuchtung kann nun sehr gut die Milchstraße gesehen werden. Sie steigt fast senkrecht vom Südhimmel auf. In ihr können schon mit einem Feldstecher Sternhaufen und leuchtende Gasnebel beobachtet werden. Direkt über dem Südhorizont steht das Sternbild Schütze. In dieser Richtung liegt auch das Zentrum unserer Milchstraße. Deshalb erscheint sie dort auch besonders hell. Westlich vom Schützen sind noch Teile des Skorpions zu sehen. Außer den Zangen und dem Oberkörper wird man von Deutschland aus aber nichts zu sehen bekommen. Um das Sternbild komplett zu beobachten, ist eine Reise nach Südeuropa oder weiter notwendig.

Nördlich vom Schützen schließt sich der Adler mit dem hellen Stern Atair an. Fast schon im Zenit, dem Punkt direkt über dem Beobachter, stehen Schwan und Leier. Ihre beiden hellen Sterne Deneb und Wega bilden zusammen mit Atair das Sommerdreieck. Der Schwan mit seinen ausgebreiteten Flügeln fliegt nach Süden. Die Anordnung der Sterne erinnert auch an ein Kreuz. Deshalb wird der Schwan manchmal auch Kreuz des Nordens genannt.
Oberhalb des Skorpions stehen die Sternbilder des Schlangenträger, der Schlange und fast im Zenit der Herkules. Sie bestehen nur aus schwach leuchtenden Sternen. Noch weiter im Westen nähert sich das Sternbild Bootes mit dem hellen Stern Arktur dem Horizont.

Beim Blick zum Osthimmel fällt ein großes Sternenviereck auf. Es gehört zum Sternbild Pegasus. An dieses schließt sich nach Nordost die Andromeda an. Sie wird hauptsächlich durch eine Kette von vier helleren Sternen dargestellt.

Gute Beobachtungsnächte sind die Nächte um Neumond. Neumond selbst ist am 30. Juli, am 29. August und am 27. September, Spaziergänge bei Vollmond sind für den 15. Juli, den 13. August oder den 12. September zu planen.

Von Jürgen Krieg